Grund ist gute Lage am Arbeitsmarkt

Zahl fast halbiert: 6000 Menschen erhalten im Schwalm-Eder-Kreis Hartz IV 

Schwalm-Eder. Die Zahl der Hartz-IV-Empfänger im Landkreis sinkt immer weiter. Das sei vor allem der guten Lage am Arbeitsmarkt zu verdanken, sagte der Leiter des Jobcenters Schwalm-Eder, Hans-Gerhard Gatzweiler, im Gespräch mit der HNA.

Derzeit beziehen 6000 Menschen im Kreis diese Leistungen. Im Jahr 2005, als die Hartz-IV-Gesetze erstmals Wirkung entfalteten, waren es im Vergleich dazu etwa 10 000 Menschen gewesen, die diese Leistung erhielten.

Das Jobcenter im Kreis steht, so erläuterte Gatzweiler, im hessenweiten Vergleich mit der Vermittlungsquote von 30 Prozent auf dem zweiten Platz. Es habe zudem die zweithöchste Integrationsquote von allen 26 hessischen Jobcentern.

1800 Menschen aus dem Bezieherkreis nahmen im vergangenen Jahr eine Arbeit an. Ein Grund für die positive Wende sei die gute Entwicklung des Arbeitsmarktes in Nordhessen insgesamt. Da viele Hartz-IV-Empfänger ungelernte Hilfskräfte seien, profitierten sie vor allem von der Ansiedlung der vielen Logistiker in der Region, die in der Mitte Deutschlands liege.

Das Jobcenter im Landkreis arbeitet laut Gatzweiler zudem besonders effektiv, indem es das zur Verfügung stehende Geld in kreativen Programmen einsetze. Dazu gehört etwa das neue Angebot, das bis zum Jahresende einen Zuschuss bis zu 7000 Euro für Betriebe gewährt, die Langzeitarbeitslose einstellen.

Ein Drittel der Hartz-IV-Bezieher sind laut Statistik Flüchtlinge. Auch sie seien leichter in den Arbeitsmarkt zu integrieren als anfangs gedacht, betonte der Jobcenter-Chef. Viele könnten bereits Deutsch und ließen sich gut vermitteln. Da die Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge gegenwärtig minimal sei, rechnet Gatzweiler damit, dass die Zahl der Leistungsempfänger noch weiter sinken wird.

Zuschuss: 7000 Euro für eine Vollzeitstelle

Betriebe, die Langzeitarbeitslose zwölf Monate sozialversicherungspflichtig in Vollzeit beschäftigen, erhalten 7000 Euro vom Jobcenter des Schwalm-Eder-Kreises. Bei einer Beschäftigung zwischen sechs und unter zwölf Monaten können bis zu 4000 Euro gezahlt werden. Teilzeitbeschäftigungen bis zu 26 Wochenstunden und über einen Zeitraum von zwölf Monaten werden mit 4500 Euro und bei einer Dauer zwischen sechs und zwölf Monaten mit 2500 Euro gefördert. 

Anmeldungen für das Programm werden nur zum 30. November angenommen. Die Anstellung muss auch noch in diesem Jahr erfolgen. Die Befristung soll die Betriebe anregen, möglichst schnell aktiv zu werden und sich mit dem Jobcenter in Homberg oder einer der Außenstellen in Verbindung zu setzen, sagte Hans-Georg Gatzweiler.

Quelle: HNA

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