Fehlender Nachwuchs 

Zahl der heimischen Bäckereien geht rapide zurück

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Osterlämmer aus der alten Eisenform: In der Bäckerei Brandt werden die Lämmchen noch per Hand ausgestochen. Unser Bild zeigt Mitarbeiterin Ingrid Friedrich und Inhaber Horst Brandt.

Schwalm-Eder. Häschen, Lämmer, Eiernester, Osterbrot: Selbst wer mit kirchlichen Festen nichts am Hut hat, merkt spätestens beim Gang zum Bäcker, dass die Feiertage bevorstehen. Neben Weihnachten ist Ostern die Zeit für besondere Bäckerei. 

Doch wer Geschmacksvielfalt will, muss suchen: Die Anzahl der heimischen Bäckereien nimmt ab, vor zehn Jahren waren es mehr als doppelt so viele.

1996 hatte die Bäckerinnung Schwalm-Eder 60 Innungsfachbetriebe. Ende 2016 waren es noch 27 Betriebe, so Wolfgang Scholz von der Kreishandwerkerschaft auf Anfrage der HNA. Je weniger Wettbewerb es gebe, desto mehr werde die Qualität leiden, ist sich Scholz sicher.

Dabei sei die Anzahl der Mitarbeiter im Bäckerhandwerk jedoch gleich geblieben. Auch die Ausbildungszahlen seien konstant, aber auf niedrigem Niveau, sagt Scholz. Während 2011 im Landkreis 14 Auszubildende das Bäckerhandwerk lernten, waren es 2016, fünf Jahre später, 19 Lehrlinge. Bei den Bäckerei- Fachverkäuferinnen veränderten sich die Lehrlingszahlen von 72 im Jahr 2011 auf 74 Auszubildende 2016.

Bei sinkender Zahl der Betriebe und nahezu unveränderter Zahl der Verkaufsstellen erhöhte sich laut Zentralverband Deutsches Bäckerhandwerk die Zahl der Filialen pro Betrieb. Durchschnittlich beschäftigt bundesweit jede Bäckerei 22,6 Mitarbeiter. Doch nur weniger als zehn Prozent der Beschäftigten absolvieren derzeit ihre Ausbildung zum Bäcker oder Bäckereifachverkäufer.

„Wenn es keine Lehrlinge mehr gibt, haben wir auch keine Gesellen und können irgendwann auch nicht mehr produzieren“, so Horst Brandt (Loshausen) von der Bäckerinnung. Der fehlende Nachwuchs bereitet dem stellvertretenden Obermeister, der auch an der Berufsschule in Ziegenhain unterrichtet und dem Prüfungsausschuss angehört, zunehmend Sorge.

Quelle: HNA

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