Kooperation zwischen Landkreis und Asklepios-Kliniken

Zahl der jungen Trinker ist weiterhin hoch

Schwalm-Eder. Einen neuen Weg gehen künftig der Schwalm-Eder-Kreis und die Asklepios Kliniken in Schwalmstadt und Melsungen: Sie wollen die Zahl der jugendliche Alkoholopfer, die stationär im Krankenhaus behandelt werden müssen, senken.

Die Krankenhäuser und der Landkreis kooperieren in einem Projekt (siehe Hintergrund), bei dem unmittelbar nach dem stationären Aufenthalt über den Landkreis weitergehende Beratungen für die Jugendlichen und ihre Angehörigen in Gang gesetzt werden.

Eine rechtliche Basis dafür schafft nach Angaben von Jugendamtsleiterin Karin Wagner das seit Anfang des Jahres geltenden neue Kinderschutzgesetz, das unter anderem auch den Informationsaustausch zwischen Ärzten und Jugendämtern vereinfacht: „Ist das Kindeswohl gefährdet, entbindet das auch den Arzt von seiner Schweigepflicht.“

Die Zahl der Jugendlichen Schwalm-Eder-Kreis, die wegen eines akuten Vollrauschs in den Krankenhäusern behandelt werden müssen, ist unverändert hoch. Zahlen aus dem Jahr 2009 belegen dem Landkreis eine unrühmliche Spitze in Nordhessen. Es mussten 79 Kinder und Jugendliche mit einem Vollrausch ins Krankenhaus. Von vier bis fünf Jugendlichen, überwiegend im Alter zwischen 14 und 17 Jahren, die aktuell monatlich allein im Schwalmstädter Krankenhaus behandelt werden müssen, spricht der leitender Oberarzt Dr. Dieter Puplat. Der Arzt verspricht sich von der Kooperation viel. Bisher habe man außer der medizinischen Versorgung wenig Handhabe gehabt.

Helga Sydes wird für die Drogenberatungsstelle das Projekt begleiten. Die Expertin erwartet sich von einem frühen Eingreifenbei Alkoholmissbrauch viel: In dieser empfindlichen Situation, unmittelbar nach der stationären Behandlung, seien die Jugendlichen und auch die Eltern besser zu erreichen.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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