Nach internen Daten seit 2008 ein Rückgang um sechs Prozent

Zahl der Katholiken ist weiter rückläufig

Schwalm-Eder. Die Zahl der Katholiken im Schwalm-Eder-Kreis sinkt weiter. Zum Stichtag 1. Februar waren es im Dekanat Fritzlar, das praktisch mit dem Landkreis identisch ist, 21 704 katholische Christen. Das geht aus internen Veröffentlichungen des Bistums im so genannten Schematismus hervor.

Im Vergleich zum Oktober 2008 ist das ein Rückgang um mehr als sechs Prozent. Besonders eklatant sind den Zahlen zufolge, die der HNA vorliegen, die Rückgänge in Frielendorf (-15 Prozent), im Fritzlarer Stadtteil Ungedanken (-14 Prozent) und in Spangenberg (-10 Prozent).

Vom Bistum Fulda war keine Stellungnahme zu den Zahlen zu bekommen. Die Bischofskonferenz habe sich geeinigt, Zahlen erst zu kommentieren, wenn die bereinigten Daten Mitte des Jahres vorliegen, sagte Pressesprecher Christof Ohnesorge. Ihm sei nicht bekannt, dass es bereits offizielle Zahlen mit dem Stichtag 1. Februar 2012 gebe, sagte er weiter.

Grundsätzlich sei aber klar, dass es im Jahr 2010 Austritte wegen der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche gegeben habe, erklärte Ohnesorge. In diesem Jahr war auch der Fall des Fritzlarer Prämonstratenserpaters Hansjörg L. bekannt geworden (siehe Hintergrund). Im Bistum hoffe man, dass die Austrittszahlen nun wieder sänken.

Jörg Stefan Schütz, Dechant und Stadtpfarrer in Fritzlar, bestätigte die Zahlen nicht. Nach seinen Unterlagen habe es in Ungedanken im Jahr 2011 lediglich einen Austritt gegeben. Möglicherweise seien in der Vergangenheit falsche Daten erhoben worden oder es gebe statistische Bereinigungen.

Für das Dekanat sei insgesamt ein Trend zu beobachten, der die Katholikenzahl senkt. Werde ein evangelischen Partner geheiratet, würden die Kinder des Ehepaars protestantisch getauft. Gerade im evangelischen Umfeld sei das häufig der Fall.

Zum Tage, 2. SEITE

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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