Schon jetzt Warteliste für Kitas

Zahl der Kinder steigt: Homberg kämpft offenbar erfolgreich gegen Überalterung

Kindergartenplätze werden in Homberg knapp: Laut Berechnungen der Verwaltung werden bis 2018 etwa 80 Plätze fehlen. Foto: Archiv

Homberg. In Homberg kämpft man offenbar erfolgreich gegen die Überalterung: Stimmt die Statistik, dann steigt die Zahl der Kindergartenkinder in Homberg in den nächsten Jahren. Eine Entwicklung, die für Freude sorgt und zugleich ein Problem für die Stadt ist.

Schon jetzt gibt es eine Warteliste für Kindergartenplätze. Derzeit stehen 24 Kinder (über drei Jahre) darauf.

Eine erste Lösung ist in Sicht: Es soll eine weitere Kindergartengruppe geben - eine Wandergruppe, so zumindest der Vorschlag der Verwaltung. Das so bald wie möglich und bis zum Sommer 2016. Doch das allein werde nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken, erklärt Bürgermeister Dr. Nico Ritz auf HNA-Anfrage. „Wir müssen weitere Betreuungsplätze schaffen.“ Die Warteliste werde nämlich weiter wachsen, sagt er mit Blick auf die Übersicht der zukünftigen Entwicklung der Kinderzahlen. 2016/17 gibt es demnach 50 Plätze zu wenig. Bis 2018 steige der Bedarf: 372 Plätze könne man anbieten, 333 über Dreijährige seien dann in den Kindergärten, plus die Kinder, die 2015 geboren werden. „Erfahrungsgemäß haben wir 120 Geburten pro Jahr“, sagt Ritz. Etwa 80 Plätze würden dann also fehlen.

„Es gab eine Delle bei den Geburten, jetzt werden wieder mehr Kinder geboren.“ Erfreulich sei, dass junge Familien nach Homberg gezogen seien. Das sei dem Angebot in den Neubaugebieten zu verdanken. Überdies leiste Homberg eine sehr gute Kindergarten-Arbeit, das habe die Stadt für junge Familien attraktiv gemacht. Ein weiterer Grund dafür, dass die Kinderzahl steigt: Es gebe eine verstärkte Nachfrage von Flüchtlingen, die in Homberg leben. „Neue Kindergartenplätze zu schaffen, ist eine dringende Aufgabe, mit der wir uns beschäftigen müssen“, erklärt Ritz.

Verschiedene Varianten seien denkbar, sagt Ritz. Zum einen könne man die bereits in den vergangenen Jahren geführte Diskussion über einen Neubau im Mühlhäuser Feld wieder aufnehmen. Außerdem gebe es Anbau-Überlegungen und es könnten auch neue Ideen entstehen. Selbst über einen Standort in der Altstadt könnte man nachdenken. Und auch die Diskussion über einen Waldkindergarten sollte man wieder führen, so Ritz. Bereits 2013 wurde in Homberg über einen Waldkindergarten diskutiert. Damals soll es aber nur eine verbindliche Anmeldung dafür gegeben haben, hieß es von Ex-Bürgermeister Martin Wagner.

Die Bauverwaltung müsse nun Vorschläge ausarbeiten, so Ritz weiter. Vor allem die Kernstadt und Wernswig seien von der gestiegenen Nachfrage betroffen.

Hintergrund

Um der Nachfrage gerecht zu werden, schlagen die Homberger Verwaltung und der Magistrat die Einrichtung einer Wandergruppe vor. Dabei handelt es sich um eine sogenannte naturnahe Gruppe, ohne feste Einrichtung. Die Kinder würden im Freien betreut. Lediglich zum Frühstück und Mittagessen und bei extrem schlechtem Wetter muss ein Raum vorhanden sein. Das wäre in der Triangel möglich. Die Stadt geht von Kosten von über 12.200 Euro und von Einnahmen von maximal 5.000 Euro aus.

Termin 

Stadtverordnetensitzung, Donnerstag, 19 Uhr, Stadthalle Homberg. Unter anderem soll über ein Konzept für die Kindergärten beraten werden.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare