Zahl der Masernfälle dramatisch gestiegen: Gesundheitsamt rät dringend zur Impfung

Wolfhager Land. Masern sind auf dem Vormarsch. Die aktuellen Zahlen sind nach Auskunft von Ärztin Dr. Silvia Engelbart vom Gesundheitsamt besorgniseregend. Gab es im vergangenen Jahr hessenweit insgesamt 31 Fälle (24 in 2009), so seien es in diesem Jahr nach Ostern schon 43.

Bisher sei jedoch der Landkreis Kassel und damit auch der Kreisteil Wolfhagen von der hochansteckenden Infektionskrankheit verschont geblieben. Das vermehrte Auftreten der Masern stehe in unmittelbarem Zusammenhang mit einer zunehmenden Impfmüdigkeit und Lücken im Impfschutz, unter anderem bei jüngeren Erwachsenen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut empfiehlt, dass alle im Kleinkindalter versäumten Impfungen vor dem 18. Geburtstag nachgeholt werden.

Im Landkreis Kassel wird die von der Weltgesundheitsorganisation geforderte Impfrate von 95 Prozent nicht erreicht. „Wir liegen unter 90 Prozent“, so Engelbart. Verantwortlich dafür sind zwei Bevölkerungsgruppen: Die Impfgegner und die Gleichgültigen. Die Ärztin vom Gesundheitsant hält es für leichtsinnig, auf Impfungen speziell gegen Masern zu verzichten. „Masern sind hochgefährlich. Die Enzephalitis, eine durch Masernviren ausgelöste Gehirnentzündung, kann tödlich verlaufen.“

Vor diesem Hintergrund sei es unverantwortlich, wenn Eltern so genannte Masern-Partys veranstalten. Dabei sollen sich Kinder bewusst anstecken. „Das ist für uns der blanke Horror“, so Engelbart. Masern seien keine harmlose Kinderkrankheit. (ewa)

Quelle: HNA

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