Immer noch sind tausende Patienten auf Wartelisten

Zahl der Organspender steigt langsam an

Wolfhager Land. Immer mehr Menschen in der Region erklären sich bereit, Organe zu spenden. Nach Angaben der Deutschen Stiftung für Organtransplantation (DSO) haben in Hessen im vergangenen Jahr 95 Menschen nach ihrem Tod Organe gespendet. Das sind 31 mehr als im Jahr davor. Doch es stehen noch immer viel zu wenige Organe zur Verfügung. 4326 Transplantationen deutschlandweit im vergangenen Jahr stehen 12 000 Patienten auf der Warteliste gegenüber.

In Wolfhagen hat es im Jahr 2009 einen Patienten gegeben, bei dem der Tod absehbar war, und bei dem Sauerstoffmangel im Gehirn nachgewiesen war, also eine typische Konstellation für Hirntod. Der Patient ist dann aber doch verstorben, ohne dass die klinischen Kriterien für Hirntod vorlagen. Daher kam es nicht zur Transplantation. 2010 gab es in Wolfhagen keine Patienten mit entsprechendem Hirntod, berichtet Dr. Stefan Mähler, Transplantationsbeauftragter in Hofgeismar.

Einer aktuellen Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zufolge haben 25 Prozent der Deutschen einen Organspendeausweis. Damit erklären sie sich bereit, im Todesfall, zum Beispiel nach einem Unfall, Organe wie Herz und Leber an kranke Menschen zu spenden.

Als häufigsten Grund geben die Befragten mit Spendeausweis an, anderen helfen zu wollen. Außerdem stimmen die meisten der Aussage zu, dass sie selbst froh wären, ein Organ zu erhalten, wenn sie eines brauchen würden. Zudem wollen viele der Befragten, dass ihre Angehörigen im Ernstfall nicht mit der Entscheidung belastet werden, ob Organe transplantiert werden sollen. Die Umfrage hat auch ergeben, dass mehr als die Hälfte mäßig oder gar nicht über Organspenden informiert sind. Laut DSO lehnen die meisten Angehörigen eine Organspende eines verstorbenen Familienmitglieds ab. HINTERGRUND, ZUM TAGE Seite 2

Von Stefanie Dietzel

Quelle: HNA

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