Altkreis ist keine gute Arbeitsstätte

Wolfhager Land: Dort wohnen wollen viele, dort arbeiten nicht

Wolfhager Land. Im Vergleich zu 2011 fanden im vergangenen Jahr weniger Menschen einen Arbeitsplatz im Altkreis Wolfhagen. Das geht aus aktuellen Daten des Statistik-Service Südwest der Bundesagentur für Arbeit hervor.

Danach pendelten im vergangenen Jahr 4675 Menschen von außerhalb ins Wolfhager Land ein, um zu arbeiten. Im Vergleich zu 2011 waren das 30 Personen weniger, die in einer der sechs Kommunen arbeiteten, aber nicht im Altkreis wohnten. 94 Menschen mehr pendelten im vergangenen Jahr aus, hatten also eine Arbeitsstelle außerhalb ihres Wohnortes (11 408 Auspendler, 2011: 11 314). Die Zahlen belegen, dass das Wolfhager Land als Arbeitsstätte zunehmend an Attraktivität verliert.

„Allerdings scheint der Altkreis als Wohnort beliebt zu sein“, sagt Harald Kühlborn, Pressesprecher des Landkreises Kassel. Die Grundstückspreise und die Mieten seien im Vergleich zu Kassel moderat. „Durch die Anbindung an die A44 haben die meisten Kommunen zudem eine sehr gute Pendlersituation“, so Kühlborn. Und da im Umland nunmal attraktive Arbeitgeber wie beispielsweise VW oder SMA angesiedelt seien, könne er sich gut vorstellen, dass diese Faktoren die Zunahme der Auspendler aus dem Altkreis verursacht haben.

Um es auf den Punkt zu bringen: Viele wollen im Wolfhager Land wohnen, aber nicht arbeiten. Und zweifelsohne ist auch das Angebot begrenzt. „Ein paar gute mittelständische Unternehmen sind im Altkreis zu finden. Aber sie können nicht alle Menschen beschäftigen, die Arbeit suchen“, sagt Kühlborn.

Es komme hinzu, dass der Arbeitsmarkt in letzter Zeit sehr entspannt war. Aufgrund dieser Entwicklung habe es vermehrt Zuzüge aus dem Ausland gegeben. „Unter diesen Menschen könnten auch viele Auspendler sein, die zum Beispiel in Kassel arbeiten, aber im Wolfhager Land wohnen.“

Von Esther Beller

Quelle: HNA

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