Jesberger Gemeindevertreter verabschiedeten den Haushalt 2013 einstimmig

Zahlen mit kurzer Halbwertzeit

Jesberg. Es war bereits der 19. Haushalt, den Bürgermeister Günter Schlemmer vorlegte – aber von wegen Routine. Der 19. ist komplett anders als alle 18 zuvor.

Grund für die Besonderheit des aktuellen Haushalts ist nicht die Tatsache, dass er so tiefrote Zahlen aufweist wie nie, sondern dass er sich – auch wegen der Einführung der gesplitteten Abwassergebühr, die der Gemeinde neue Einnahmen bescheren würde – ständig ändert. „Es ist eine Art schwimmendes Zahlenwerk, dem wir seit Monaten ständig hinterherhecheln“, sagte Schlemmer.

Doch dieser Haushalt, den alle Fraktionen einstimmig verabschiedeten, ist auch ein Manifest des Muts und der Zuversicht. „Wir wollen die Gebührenhaushalte ausgleichen“, sagte Schlemmer.

Gerade wegen der geänderten Gebührenordnung müsse nun auch schnellst möglich der Nachtragshaushalt vorgelegt werden. Denn der verbessere die Situation mit neuen Einnahmen deutlich. Der Bürgermeister ist zuversichtlich: „Sie korrigieren den Ergebnishaushalt ins Positive.“

Doch so schön das alles klingt: Noch weiß niemand, ob der defizitäre Haushalt (er weist einen Fehlbetrag von 298 000 Euro auf) überhaupt vom Landrat genehmigt wird. „Wir wissen ja noch nicht mal, ob wir neue Kredite genehmigt bekommen“, gab Schlemmer zu. „Wir können ja tatsächlich nichts beschließen, ohne Geld in der Hand zu haben“, sagte auch Heinz Stumpf (CDU).

Echte Härten für Familien

Günter Noll (SPD) stellte klar, dass niemand glauben solle, das der Gebührenhaushalt komplett ausgeglichen werden könne: Der Ausgleich werde nur im Abwassersektor angestrebt. Schlemmer stimmte ihm zu: Weitere Einschränkungen bedeuteten einen echte Härte für Familien. Seine Forderung: „Das Land soll uns eine bessere finanzielle Ausstattung geben.“

Auch Martin Burberg von den Grünen gab das Okay seiner Fraktion. Er regte allerdings an, dass nicht aus Sparzwängen an den Öffnungszeiten des Schwimmbads gerüttelt und sie reduziert würden.

Damit rannte er bei Günter Schlemmer offene Türen ein: Die Gemeinde habe das Gelände erweitert, und wolle selbstverständlich mehr Nutzer und Gäste erreichen, sagte der Bürgermeister. Allerdings sei die Gemeinde auf die Unterstützung Ehrenamtlicher angewiesen: Er sei den Rettungsschwimmern der DLRG dankbar für die unentgeltliche Arbeit, die sie leisteten. Dennoch stehe die Überlegung im Raum, das Bad außerhalb der Ferienzeit über den Mittag hinweg zu schließen, um die Personalkosten zu reduzieren. (bra) ARTIKEL UNTEN

Quelle: HNA

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