Mitteldeutscher Sängerbund plante am Samstag das anstehende Jubiläum 2014

Zahlen statt satter Töne

Sprechen mit einer Stimme: Die Delegierten des Mitteldeutschen Sängerbundes trafen sich in Homberg. Vorne Beisitzer Michael Schröter, Geschäftsführer Hans-Joachim Zwickhirsch, Pressereferentin Monika Asthalter, Vizepräsident Erwin Haas, Karl-Heinz Frommann und Helmut Großenbach. Foto:  zty

Homberg. Statt wie sonst um satte Töne ging es am Samstag beim Mitteldeutschen Sängerbund um satte Summen: Die Sänger planten bei ihrer Ausschusssitzung in der Homberger Stadthalle den 175. Geburtstag ihres Verbandes. Und auch, wenn der erst 2014 ansteht, zerbrachen sich die Delegierten schon einmal die Köpfe darüber, wie das große Fest aussehen soll und vor allem auch darüber, wie sie es bezahlen können.

Sie haben eine Lösung gefunden. In den kommenden vier Jahren wird der Verbund die Kreisumlage in Höhe von 50 Cent pro Sänger und Jahr nicht an Kreisverbände abführen sondern sie ansparen, erläuterte Präsident Hans-Hermann Spitzer.

Feier soll Zeichen setzen

Für das Jubiläumsfest sind bereits mehrere Aktionen geplant. Den Auftakt soll ein Auftritt in Hann. Münden machen, die Weserstadt ist Gründungsort des Sängerverbundes. Ein weiterer geplanter Höhepunkt ist ein Auftritt im Kasseler Staatstheater. Daneben werden die einzelnen Singkreise natürlich ihre eigenen Feiern ausrichten, erläuterte Hans-Hermann Spitzer. Das alles koste viel Geld. Mieten, Musiker und der Druck der Jubiläumszeitschrift müssen bezahlt werden.

Mit dem Geburtstagsfest will der Verbund aber auch ein Zeichen setzen. „Wir wollen weiter positiv nach vorne schauen“, sagte Spitzer. Selbstmitleid darüber, dass es am Nachwuchs mangele, bringe schließlich rein gar nichts. Denn auch die Sänger beschäftigen die rückläufigen Einwohnerzahlen. „Unsere Mitgliederzahlen sinken, wenn auch nur schwach“, sagte Spitzer.

Um die Menschen weiter fürs Singen im Chor zu begeistern, fördert der Verbund die Jugendarbeit, unter anderem mit dem Programm Felix. Damit zeichnet er das Singen in Kindergärten aus, um so für Nachwuchs zu werben. Es gibt sogar Plaketten für eine gute Gesangskultur in den Betreuungseinrichtungen. „Wer sich früh fürs Singen begeistert, bleibt eher dabei“, glaubt Spitzer. Um junge Menschen weiter zu motivieren, gibt es im kommenden Jahr Chorfestivals für Kinder- Jugend- und Schulchöre, aber auch spezielle Jazz- und Popwettbewerbe.

Wichtig sei es auch, die Chorarbeit peppiger zu gestalten, und das Liedgut um moderne Melodien und Interpretationen zu erweitern, sagte Pressereferentin Monika Asthalter. Hauptarbeit des Mitteldeutschen Sängerbundes seien die Seminare und Fortbildungen sowie die Ausbildung zur Chorleitung. Der Sängerbund habe schließlich auch eine soziale Aufgabe, sagte Hans-Hermann Spitzer, denn das gemeinsame Singen stärke die Gemeinschaft.

Und dann wurde am Samstag am Ende der Veranstaltung in der Stadthalle natürlich doch noch gesungen. Mit dem Hessenlied verabschiedeten sich die Sänger und machten sich auf den Heimweg.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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