"Zahlen trotz Wertverfall" - Kommentar zu den Ausgleichbeträgen 

Anne Quehl.

Schwalmstadt. Von 1985 bis 2006 wurde viel Geld in Schwalmstadts Stadtsanierung gesteckt: Jetzt werden die Anlieger in den Sanierungsgebieten zur Kasse gebeten.  Ein Kommentar von HNA-Redakteurin Anne Quehl zum Unmut über die Ausgleichbeiträge.

Ausgleichsbeträge?! Dass es eine Abgabe mit solch einem prosaisch-vielsagenden Titel überhaupt gibt, wussten in Schwalmstadt bis vor Kurzem nur Behördenfachleute. Viele, die Grundstücke in den Innenstadtlagen von Treysa und Ziegenhain haben, meinten, ihren Ohren nicht zu trauen, als sie jetzt urplötzlich von den womöglich fälligen Summen erfuhren.

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Die können sich auf bis 5000 Euro und mehr belaufen und dienen laut Gesetzgeber dazu, die Wertsteigerung des Bodens durch Stadtsanierungen auszugleichen.

Da liegt das Problem: Mancher Eigentümer nimmt derzeit keine Wertsteigerung, sondern eher eine Wertminderung wahr. Mancher kritisiert überdies das, was er nun finanziell ausgleichen soll, zum Beispiel Anlieger der Kasseler Straße in Ziegenhain, die mit dem Ausbau aus den neunziger Jahren nicht glücklich sind. In solchen Vierteln sind die Immobilien zum Teil stark im Wert gefallen wenn auch aus anderen Gründen. Gezahlt werden muss trotzdem, wenn das Grundstück in einer Sanierungszone liegt und im Grundsatz eben aufgewertet wurde. Problematisch ist für die Betroffenen auch, dass die Sanierungen nahezu 30 Jahre zurückliegen können.

Zum bitteren Schluss kann gegen die Zahlungspflicht wohl nichts getan werden, Einsprüche von Anliegern in Städten wie Homberg und Fritzlar, die das Prozedere schon hinter sich haben, liefen nach Behördenangaben alle ins Leere. Und eine Umlegung auf die Allgemeinheit wie seinerzeit in Gudensberg ist auch keine Lösung, dort ging es vor vielen Jahren auch um wesentlich weniger Geld.

So kann man nur hoffen, dass man nicht dabei ist, beziehungsweise sich beraten lassen. Das städtische Bauamt informiert über Stundungsmöglichkeiten und Abschläge.

aqu@hna.de

Quelle: HNA

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