Zahnärztin Dr. Birgit de Taillez arbeitete drei Wochen ehrenamtlich in der Mongolei

Der etwas andere Urlaub: Zahnärztin Dr. Birgit de Taillez behandelte drei Wochen in der Mongolei Nomaden. Foto: privat

Neukirchen. Die Mongolei ist ein Land der Gegensätze. Diese Erfahrung hat Zahnärztin Dr. Birgit de Taillez aus Neukirchen gemacht. Sie war drei Wochen für die Organisation Zahnärzte ohne Grenzen mit ihrer Angestellten Blanka Sparn-Nafziger dort im Einsatz.

„Während es in der Hauptstadt Ulan-Bator eine gute medizinische Versorgung gibt, sieht das auf dem Land wesentlich schlechter aus“, berichtet sie. Sie arbeitete von Erdenesant aus, einer Klein-stadt 250 Kilometer südwestlich von der Hauptstadt.

Schon einmal war sie für die Organisation vor drei Jahren in der Mongolei, und das Land hat sie seit dem nicht losgelassen. „Das Faszinierende an dem Land sind die Landschaft und die Herzlichkeit der Menschen“; sagt Birgit de Taillez. Hier erlebe man noch unbegrenzte Freiheit, wenn Pferdehüter ihre Pferde morgens loslassen und abends wieder eintreiben.

Unendliche Steppe: Ein Nomade zieht mit seinen Rindern durch das Weideland. Foto: privat

„Die Nomaden in der Mongolei besitzen kein Geld, leiden aber auch keinen Hunger“, erklärt Birgit de Taillez. Sie leben von dem, was sie selbst produzieren. Eine Zahnbehandlung könne sich da keiner leisten. Zudem gebe es in vielen Teilen des Landes gar keine Anlaufstelle für Zahnbehandlungen.

„Wir versuchen genau da anzusetzen. Eine Zahnärztin aus der Mongolei wurde von uns eingearbeitet und die Bevölkerung über Zahnpflege informiert.“ Deutsche Firmen spendeten dafür Zahnbürsten, die verteilt wurden.

Zum Teil warteten Patienten stundenlang geduldig im Flur des Krankenhauses auf ihre kostenlose Behandlung. Sie seien trotz des Wassermangels alle in sauber gewaschener Kleidung erschienen.

So sehr sie abenteuerlustigen Menschen empfehlen kann einmal in die Mongolei zu reisen, so sehr haben einige Erlebnisse sie aber auch erschüttert. „Ich musste einem zwei Jahre alten Kind vier tief zerstörte, entzündete Frontzähne ziehen. Die Betäubung wirkte nicht richtig, das Kind wehrte sich, schrie wie am Spieß und musste von drei Personen festgehalten werden.“

Dagegen war das Leben in einer Jurte ohne Waschmöglichkeit und mit einem Donnerbalken als Toilette harmlos.

Dennoch soll das nicht ihre letzte Reise gewesen sein. Ihr nächstes Ziel ist Ekuador, das hat sie bereits entschieden. „Es ist einfach eine gute Gelegenheit, Menschen und ihre Kultur kennenzulernen “, findet Birgit de Taillez.

Sie nimmt für diese Reisen sogar in Kauf, dass sie Urlaub nehmen und sie auch Flug sowie Medikamente aus eigener Tasche bezahlen muss. (flq)

Quelle: HNA

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