Hilfseinsatz statt Urlaub

Zahnarztteam aus Treysa behandelte Kinder in Kambodscha

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Zähne ziehen, füllen, versiegeln: Zahnärztin Dr. Nikola Struck (links) und Zahnarzthelferin Meike Junghans bei der Arbeit in der Kinderklinik in Phnom Penh.

Treysa/Waltersbrück. Zahnärztin Dr. Nikola Struck und Zahnarzthelferin Meike Junghans (Waltersbrück) aus Treysa haben in Kambodscha Kinder in einer Zahnklinik behandelt. 

„Das hat uns sehr geerdet“, sagen sie. Zwei Wochen lang haben die Mitarbeiterinnen der Treysaer Zahnarztpraxis Dr. Albert während ihres Urlaubes in dem südasiatischen Land als Freiwillige für die Hilfsorganisation „Cambodia World Family“ gearbeitet, die in der Hauptstadt Phnom Penh eine Kinder-Zahnklinik für benachteiligte Kinder unterhält.

Zumeist in Kleinbussen angereist, hatten viele der Kinder bis zu drei Stunden Fahrt hinter sich, bevor sie sich auf einen der vier Behandlungsstühle legten – „voller Dankbarkeit, denn sie wussten, dass ihnen geholfen wird“, so Dr. Nikola Struck (26). Die Treysaer Zahnärztin und ihre Kollegin Meike Junghans (32) ergänzten das Team der Kinderklinik, die die Hilfsorganisation in der Hauptstadt Kambodschas unterhält.

In Kambodscha: In einer Kinder-Zahnklinik der Organisation „Cambodia World Family (CWF)“ in der Hauptstadt Phnom Penh haben Zahnarzthelferin Meike Junghans aus Waltersbrück (links) und die Zahnärztin Dr. Nikola Struck (rechts auf dem Bild, dazwischen zwei weitere Helferinnen) zwei Wochen lang behandelt. 

Rund 12.000 Kinder werden hier pro Jahr ihre Zahnschmerzen los und nicht selten dabei auch den ganzen Zahn. Viele Kinder hätten noch nie eine Zahnbürste in der Hand gehabt. „Zähne ziehen, füllen, reinigen, das waren unsere Hauptaufgaben“, berichten die beiden Frauen, die sich zuvor nur als Kolleginnen kannten.

In einer Fachzeitschrift hatte Dr. Nikola Struck, die als angestellte Zahnärztin in der Treysaer Praxis arbeitet, von einer Hilfsorganisation in Kambodscha gelesen und ihren Kolleginnen davon erzählt. „Ich bin dabei“, hatte Meike Junghans dazu gesagt.

Spende vom Chef und vom Lions-Club Schwalmstadt

Unterkunft, Essen, Flug – alles haben die beiden selbst bezahlt. Ihr Chef war von der Idee auf Anhieb begeistert, und hat eine Geldspende in Höhe von 500 Euro für die Hilfsorganisation mitgegeben. Den gleichen Betrag steuerte auch der Lions-Club Schwalmstadt bei. Während es für Nikola Struck die erste Reise nach Asien war, hatte Meike Junghans zuvor Thailand bereist, „doch war das kein Vergleich zu dem, was wir in Kambodscha erlebten“.

Hier fehlte es an allem. Dreckig und laut sei es überall in der zwei Millionen Einwohner zählenden Hauptstadt Phnom Penh, die Luft versmogt, die Außentemperatur bis zu 38 Grad warm. „Wir hatten nicht gedacht, dass das Land so arm ist und waren froh, dass wir nicht zum Arzt mussten“, so Meike Junghans, denn nicht zuletzt das Gesundheitssystem liege noch immer am Boden.

Nach den zwei Wochen in der Klinik verlängerten die beiden Frauen ihren Aufenthalt mit einem Abstecher in den Norden Kambodschas und nach Vietnam. Richtig erholt waren sie nach vier Wochen nicht, und noch immer spüren sie die Strapazen des Einsatzes. Doch Dr. Nikola Struck ist sich sicher: „Ich würde es wieder tun.“

Quelle: HNA

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