SPD und FDP wollen Richtlinien 

Zank um Gestaltung von Neubauten in Melsunger Innenstadt

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Umstritten: Der Neubau an der Kasseler Straße in Melsungen gefällt nicht jedem. Ursprünglich war eine Verblendung in Fachwerkbauweise geplant. Der Gestaltungsbeirat der Stadt kippte den Entwurf. 

Melsungen. Die Melsunger SPD und FDP-Fraktionen wollen städtebaulichen Wildwuchs eindämmen.

Melsungens Innenstadt bietet ein herausragendes Fachwerkensemble. In jüngerer Zeit sind laut SPD aber mehrere Fachwerkhäuser in der Altstadt abgerissen und durch anders gestaltete Neubauten ersetzt worden.

Die Gestaltung dieser Ersatzbauten fand laut Sozialdemokraten überwiegend Zustimmung, löste aber auch Widerspruch aus.

Besonders umstritten war dabei sogar ein Bauprojekt der Stadt an der Kasseler Straße (großes Bild). Der erste Entwurf sah einen Neubau mit einer den Nachbarhäusern nachempfundenen Fassaden-Blende vor. Der Entwurf wurde im städtischen Gestaltungsbeirat verrissen, berichtete damals Thomas Garde, Geschäftsführer der städtischen Wohnungsbaugesellschaft. Eine Täuschung war bei einem Neubau nicht erwünscht, hieß es damals als Begründung.

Gelungen: Ludwig Georg Braun vor dem Neubau in Fachwerkbauweise neben dem Dekanat. Für die Gesamtansicht des Bildes klicken Sie auf das Symbol rechts oben.

Genau darum geht es jetzt auch im Antrag der Fraktionen. So soll beispielsweise vom Magistrat geklärt werden, ob Neubauten grundsätzlich in Fachwerkbauweise gebaut werden müssen oder dies nicht sogar einen historischen Zustand der Altstadt vortäuscht, der gar nicht mehr gegeben ist.

Die beiden Fraktionen fordern jetzt Richtlinien für die Sanierung der Altstadt. Der Magistrat soll eben jene Richtlinien erarbeiten. Dabei soll es auch um finanzielle Zuschüsse für Bauwillige gehen.

Ausnahmen

Falls die Fachwerkbauweise bei Neubauten nicht generell gefordert werden kann, soll es in besonderen Fällen Ausnahmen geben? Und wenn ja, in welchen Fällen. Geklärt werden muss auch die Frage, welche Anforderungen für diese Ausnahmen gelten sollen.

Standards

Für Neubauten, die nicht nach einer Fachwerkbauweise errichtet werden, müssen Standards gelten. Diese Mindestanforderungen müssen definiert werden, um Bauherren und Investoren Planungssicherheit zu geben.

Zuschüsse

Die Stadt muss überlegen, ob Bauherren im Innenstadtgebiet finanzielle Anreize erhalten sollen. Neubauten in der Substanz stehen in Konkurrenz zu Neubauten auf der grünen Wiese. Dort erhielten Bauherren ein erschlossenes und baureifes Grundstück. Das Geld könnte aus dem Fonds zur Attraktivierung der Kernbereiche kommen. Der Fonds müsste dann aufgestockt werden.

Dr. Ehrhart Appell befürwortet unbedingt die Fachwerkbauweise. Appell war jahrelang Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Fachwerkstädte. Den Eindruck zu erhalten, sei aus touristischer und wirtschaftlicher Sicht sinnvoll.

Quelle: HNA

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