Die Schwälmerin Christina Hansmann ist Hessenmeisterin im Melken von Kühen

Sie zapft Milch meisterhaft

Arbeitsplatz einer Melkerin: Christina Hansmann aus Loshausen Melkstand der Familie Lux aus Kerstenhausen. Sie zeigt das so genannte Melkzeug. Die Metallzylinder werden an das Euter der Kuh gesetzt und pumpen die Milch ab. Foto: Auel

Loshausen/Kerstenhasuen. Christina Hansmann wirkt gelassen. Ruhig bewegt sich die 1,70 Meter große Frau mit durch den Melkstand der Familie Lux in Kerstenhausen, ihrem Arbeitgeber. Ihren Hals ziert ein schwarz-weises Palästinensertuch, die Ärmel ihres hellbraunen Wollpullovers hat sie hochgeschoben.

Der Vater arbeitet in der Verwaltung, ihre Mutter ist Altenpflegerin. Sie wollte ihr Geld eigentlich mit Zahnmedizin verdienen, erzählt Christina, während sie das ratternde Geschirr der Melkmaschine an ein Euter anlegt.

Doch sie bekam keinen Ausbildungsplatz. Durch die Internetseite der Arbeitsagentur erfuhr sie, dass in der Landwirtschaft Azubis gesucht werden. Sie probierte es aus. Heute wirkt es, als sei Christina auf einem Bauernhof groß geworden. Selbst in ihrer Freizeit bekommt sie nicht genug von Tieren. Jede freie Minute verbringt sie mit ihrem Pferd Lucky. Nach ihrer Ausbildung zur Landwirtin fing sie auf dem Hof von Familie Lux in Kerstenhausen an. Melken ist nur eine ihrer vielen Aufgaben dort. Friedrich Lux, einer der Juniorchefs, weiß seine 75 Milchkühe der Rasse Holsteiner Schwarzbunt in besten Händen. Schließlich ist Christina die beste Melkerin des Landes.

Punktrichter entschieden

Wie wird man das eigentlich? Eine Meistermelkerin? Das kann selbst Christina nicht so richtig beantworten. Die Punktrichter achteten auf Verschiedenes. Hygiene zum Beispiel. Das Euter der Kuh muss nach jedem Melken desinfiziert werden.

Christina war bewusst, dass ihr Beruf mit ländlicher Idylle nur wenig zu tun hat. Heute Landwirt zu sein, heißt für sie auch kämpfen. Während ihrer Ausbildung demonstrierte sie gegen die niedrigen Milchpreise. Kleine Betriebe, da ist sich die junge Frau sicher, können nicht überleben.

Dennoch fühlt sich Christina in ihrem Beruf wohl. Am liebsten kümmert sie sich um die Kühe. Sie hat zwei Sonderlehrgänge über die Tiere abgeschlossen. Schweine mag sie hingegen weniger.

Wenn sich der Traum eines eigenen Hofs irgendwann erfüllen sollte, dann steht deshalb für Christina fest: Ein Kuhstall ist Pflicht. Aber keiner mit vollautomatischen Melkmaschinen. Da, so sagt sie, würde ihr der Bezug zu den Tieren zu sehr fehlen.

Von Juri Auel

Quelle: HNA

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