Hans-Joachim Bauer aus Homberg hat auf Kuba ein Landart-Projekt umgesetzt

Zarte Pflanze der Kunst

Homberg/Kuba. Es war ein weiter Weg für Hans-Joachim Bauer – und das im doppelten Sinn. Sein neues Projekt hat den Künstler aus Homberg nach Kuba verschlagen. Bis es allerdings soweit war, dass er seine Idee von einem Landart-Kunstwerk dort in die Tat umsetzen konnte, vergingen mehrere Monate.

„Ich dachte, ich kann gleich loslegen, doch so war es nicht“, sagt Bauer. Erstmal galt es für ihn, bürokratische Hürden zu überwinden. So musste er seine Pläne bei der kubanischen Botschaft in Berlin vorstellen. Um ein Kunstwerk auf einem öffentlichen Platz zu errichten, braucht es in der sozialistischen Republik mehrere Prüfungen und Zusagen. Letztere bekam Bauer im Mai.

„Die Kunst ist auf Kuba relativ frei.“

Hans-Joachim Bauer

Kurz drauf machte er sich, mit seinen Plänen im Gepäck, auf den Weg in den karibischen Inselstaat. „Die Kraft des Wollens, die kubanische Revolution“, so hat Bauer sein Kunstwerk genannt. Es besteht aus fünf Tonnen Natursteinen und 400 Pflanzen auf einer Fläche von 600 Quadratmeter und es bildet den Anfang eines Kulturparks in der Stadt Holguin – einer Großstadt im Osten Kubas.

Perfekte Organisation

„Es war alles perfekt vorbereitet“, sagt Hans-Joachim Bauer und gerät ins Schwärmen. Ein Architekt, Gärtner und Studenten haben ihn bei der Arbeit unterstützt. Landart-Projekte habe es in Kuba bislang nicht gegeben, sagt er. „Ich habe dafür einen Stoff aus der Revolution aufgenommen, weil ich Historiker bin und mich für die Geschichte interessiere.“

Das Werk in den Farben der Nationalflagge – weiß, rot, blau – zeige zwei Mal den Buchstaben F, 13 rote Pflanzen und dazu noch weitere Pflanzen in den nationalen Farben. „Die zwei Buchstaben stehen für Fin de Fidel. Von 81 Revolutionären überlebten 13, deshalb die 13 Pflanzen zwischen den Buchstaben“, erklärt der 69-Jährige.

„Wir waren nach einer Woche fertig. Es hat alles viel besser funktioniert als ich es erwartet habe. Ich dachte, ich muss das alles alleine organisieren und kaufen.“ Doch das war nicht so. Alle Materialien wurden Bauer gestellt. „Ich habe auch einen Vortrag an einer Hochschule über Landart gehalten“, sagt er und hat wie zum Beweis einen Zeitungsartikel dabei, in dem über ihn, sein Kunstwerk und die Vorlesung berichtet wird.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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