Den Zauber der Hütten erhalten

Trostlos: Das Schlangenhäuschen bietet ein jämmerliches Bild. Roland Wex, links und Horst Diele wollen mehr Initiative, um die Schutzhütten der Stadt zu sanieren. Foto: Becker

Melsungen. Der Melsunger Stadtwald ist für Roland Wex und Horst Diele ein Ort der Erinnerungen. Aber auch für andere Leute habe der Wald eine wichtige Bedeutung, sagten die beiden täglichen Waldbesucher.

Doch in Zukunft könnte es problematisch werden, als Spaziergänger überhaupt einen geeigneten Platz zum Ausruhen oder dem Schutz vor Regen zu finden. Denn die dortigen Schutzhütten seien so heruntergekommen, dass sie einer gründlichen Sanierung bedürfen.

Die Stadt habe nach Informationen von Wex und Diele sogar vor, die Unterstände abzureißen. Die beiden fordern nun die Instandhaltung der Hütten. Doch die Finanzierung stellt derzeit noch ein Problem dar: Die Stadt sei nicht bereit, diese zu übernehmen. Zu oft seien die Hütten von Nutzern mutwillig zerstört worden. Einige Schutzhütten seien bereits abgerissen, weitere sollen nach Angaben von Wex und Diele folgen: „Doch der Erhalt ist wichtig für uns“, stellte Diele klar. Ein gutes Beispiel für eine intakte Schutzhütte sei derzeit nur die Carl-Braun-Hütte, die von mehreren ehrenamtlichen Helfern instand gehalten werde.

Andere Hütten, wie das Schlangenhäuschen, habe es in den vergangenen Jahren hart getroffen: „Das ist unser Problemkind“, sagte Roland Wex. Löcher zieren das Erscheinungsbild des alten Bauwerks. Dabei war dieser Ort einst voller Hoffnung: Im Innern sind neben den Schmierereien Erinnerungstafeln angebracht. Die Hütte soll damals etlichen Menschen geholfen haben, Krankheiten zu heilen. Besonders Tuberkuloseerkrankte fanden den Weg hoch auf das Schlangenhäuschen. Die Luft sei so rein und frisch gewesen, dass viele dort gesund geworden seien, erklärten Horst Diele und Roland Wex.

In alten Landkarten sei dessen Standort noch als Herkulesblick vermerkt, da von dieser Position aus der Herkules oberhalb von Wilhelmshöhe zu sehen war. Dieser Ausblick verschwand allerdings hinter dichtem Gewächs, da sich niemand für die Pflege der Hütte und das Umfeld verantwortlich fühlte.Wex und Diele haben Pläne, wie die Sanierung gelingen könnte.

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Von Lars Becker

Quelle: HNA

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