Orkan von 2007

Zehn Jahre nach Kyrill hat sich der Wald erholt

Kreis Kassel. Vor zehn Jahren war der Orkan Kyrill eine Katastrophe. Heute stellt sich heraus, dass er bei aller Zerstörung auch eine positive Entwicklung angestoßen hat.

„Kyrill hat den Waldumbau hin zum Mischwald deutlich beschleunigt“, sagt Michael Gerst, Chef von Hessen Forst.

Mit Windböen von bis zu 225 Kilometern pro Stunde war der Orkan vom 18. auf den 19. Januar 2007 über Hessen hinweggefegt. Dabei hatte er rund im Kreis Kassel geschätzte 100.000 Bäume umgeworfen. Betroffen waren damals 4000 Hektar, das sind 5600 Fußballfelder. Zum größten Teil sind Fichten umgefallen. Im Wolfhager Land habe deren Anteil gar bei 80 Prozent gelegen, sagt Uwe Zindel, Leiter des Forstamtes Wolfhagen.

Nun zeigt sich: „Der Wald hat sich nach der Aufforstung wieder geschlossen“, sagt Gerst. Alle Windwurfflächen seien innerhalb von sieben Jahren mit Mischwaldkulturen neu bepflanzt worden – vor allem da, wo vorher Fichten-Monokulturen standen.

Der Vorteil: Mischwälder mit Laub- und Nadelbäumen sind widerstandsfähiger gegenüber Stürmen und dem Klimawandel. Sie verursachen weniger Kosten bei der Pflege (weniger Schädlinge, bessere natürliche Verjüngung). So erhöht sich die Artenvielfalt in Mischwäldern.

Rund 19 Millionen Euro hat hessenweit die Wiederaufforstung gekostet. Auf die Stadt Kassel und den Landkreis entfielen rund eine Million Euro. „Kyrill hat uns hohe Verluste beschert“, sagt Gerst. Jedoch sei durch ihn die Grundlage für einen deutlich robusteren und wirtschaftlicheren Wald entstanden.

Schon jetzt hätten sich hessenweit die Holzvorräte nach dem Verlust von insgesamt 5,6 Millionen Kubikmetern durch Kyrill wieder erholt. „In Sachen Waldpflege nehmen wir inzwischen bundesweit eine Spitzenstellung ein“, sagt Gerst.

Fotostrecke:

Die Sturmschäden des Orkans Kyrill aus dem Jahr 2007 in der Region

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © HNA

Kommentare