Steinbruch Kirschenwald wird zurückgebaut – Basaltvorkommen waren erschöpft

Zeit der Splitte ist zu Ende

Abriss: An der Siloabdeckung beginnend arbeitete sich der Bagger beim Abbau der Siloanlagen durch. Die Arbeiten begannen im Ottrauer Basaltwerk Anfang Dezember. Foto: privat

Weißenborn. Derzeit herrscht Ruhe zwischen Schorbach und Weißenborn. Die Abrissbagger stehen still. Seit Anfang Dezember wird der Steinbruch Kirschenwald zurückgebaut. In ein paar Wochen werden alle Gebäude und Anlagen verschwunden sein, der Steinbruch wird danach renaturiert.

Erwin Zulauf aus Weißenborn war 22 Jahre lang Werksleiter: „Ich wusste, dass irgendwann das Ende kommt.“ Zulauf ging 2001 in Ruhestand, er kennt das Werk wie seine Westentasche. Seit Ende 2011 wird kein Gestein mehr abgebaut. Der Grund: Das Basaltgestein-Vorkommen war erschöpft.

Seit 1954 baute die Basalt AG dort Gesteine für Straßenbaustoffe ab. In den ersten Jahren standen am Kirschenwald die Vorbrecher, verarbeitet wurde der Basalt in Schorbach. Ab 1962 wurden die Anlagen für das Basaltwerk errichtet, zwei Jahre später ging das Werk in Betrieb.

Aller sechs bis acht Wochen sprengten die Arbeiter Gestein im Werk, danach wurden die Steine aus dem Hang gebrochen. Das Werk lieferte Splitt für Beton- und Asphaltmischungen sowie in früheren Zeiten auch Eisenbahnschotter für Gleise, erzählte der ehemalige Werksleiter. 1500 Tonnen Splitt wurde im Kirschenwald täglich abgebaut.

In den Anfangsjahren waren 35 Mitarbeiter in dem Basaltwerk beschäftigt. Doch jede neue Maschine, jeder Produktionsverbesserung zog Kündigung nach sich. „Das war nicht einfach“, sagte Erwin Zulauf. Er sei froh, dass die verbliebenen zehn Arbeiter in anderen Werken der Basalt AG untergekommen seien.

Seit einem Jahr rollen die Schwertransporter nicht mehr mehrmals täglich durch Schorbach und Weißenborn. 80 Lastwagen bretterten bis dahin durch die Ortsteile. „Wir waren an die Laster gewöhnt“, sagte Erwin Zulauf. Das Basaltwerk gehörte einfach zu den Dörfern dazu. „Handwerker waren froh, dass sie die Splitte in der Nähe holen konnten“, fügte Zulauf an. Nun müssten sie weite Weg in Kauf nehmen.

Ein Verlust für die Gemeinde sei die Schließung des Werkes: „Zehn Arbeitsplätze sind zehn Arbeitsplätze“, fügte der Rentner an. Die Gegend habe jahrelang von dem Basaltwerk profitieren können. Der ehemalige Werksleiter sagte: „Aber das war es jetzt.“ Die Zeit der Splitte ist zu Ende.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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