Zeitarbeiter: Schlechte Chancen auf Anstellung im Schwalm-Eder-Kreis

Schwalm-Eder. Die Zahl der Zeitarbeiter im Landkreis steigt seit Jahren kontinuierlich an. Gleichzeitig sinkt die Zahl derer, die in feste Beschäftigungsverhältnisse vermittelt werden. Das sagt Hans-Gerhard Gatzweiler, Leiter der Arbeitsförderung Schwalm-Eder (Arge).

Im Dezember 2009 waren 434 Menschen im Schwalm-Eder-Kreis bei Zeitarbeitsfirmen angestellt. Im Dezember 2006 lag die Zahl noch bei 257. Gerade einmal jeder Vierzehnte erhielt im Bundesdurchschnitt eine Festanstellung bei einem Unternehmen, wenn er vor der Zeitarbeit dauerhaft arbeitslos war.

Einmal Zeitarbeit, immer Zeitarbeit? Auf diese Formel könne man es nicht reduzieren, sagt Gatzweiler. Aber die Zeitarbeit habe deutlich an Wirkung verloren, Arbeitslose in den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln.

„Außerdem nimmt unter den Zeitarbeitern die Zahl der Aufstocker zu“, sagt Gatzweiler. Aufstocker erhalten trotz einer Vollbeschäftigung Geld von der Arge zur Sicherung ihres Existenzminimums.

„Für viele unserer Klienten sind Zeitarbeitsfirmen dennoch eine gute Möglichkeit, wieder einen Fuß in die Tür des Arbeitsmarktes zu bekommen“, sagt Gatzweiler. Denn Arbeitgeber täten sich schwerer, Langzeitarbeitslose einzustellen. Diese hätten Bedenken bezüglich der Zuverlässigkeit.

„Viele Kritikpunkte an der Zeitarbeit wären nicht vorhanden, wenn wir Mindestlöhne hätten“, kritisiert Gatz-weiler. Das Gehalt, das Zeitarbeitsfirmen zahlen, werde von der Arge nicht überprüft. Es werde aber geschaut, ob sittenwidrige Löhne gezahlt würden. Er fordert: Unternehmen, die Zeitarbeiter einsetzten, müssten häufiger Festanstellung erwägen. Die Gesetzeslage lasse einen dauerhaften Einsatz von Zeitarbeitern aber zu. Ursprünglich galt, dass Einsatzzeiten in einem Unternehmen auf ein Jahr beschränkt waren.

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Quelle: HNA

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