Ausstellung in der Homberger Stadtkirche beginnt 1526 und endet in der Gegenwart

Zeitreise zur Reformation

+
Reformation und Toleranz: Ab Sonntag ist eine Ausstellung zu diesem Thema in der Stadtkirche zu sehen. Kostenlose Führungen werden angeboten.

Homberg. Sie soll viele Schülergruppe, Konfirmanden und Mitglieder von Kirchengemeinden anlocken: die Ausstellung Reformation und Toleranz. Sie wird ab Sonntag, 20. Oktober, in der Homberger Stadtkirche zu sehen sein.

Die Ausstellung kennzeichnet zugleich, was das Haus der Reformation für Homberg sein soll. „Ein außerschulischer Lernort, der nicht an ein bestimmtes Gebäude gekoppelt ist“, sagt Dr. Dirk Richardt, Geschäftsführer des Vereins.

Die ganze Stadt sei das Haus der Reformation, erklärt er. So könnten Ausstellungen zum Beispiel in der Kirche, Vorträge im Rathaussaal oder in anderen Räumen in der Stadt stattfinden. „Wir wollen schließlich kein Museum“, betont Dr. Richhardt.

Angebote an den Verein

Dennoch komme man auch an den Punkt, an dem man ein Gebäude brauchen werde. Zum Beispiel, um dort Dinge zu präsentieren, die dem Verein angeboten werden. Etwa eine Bibel-Ausstellung. Doch damit habe man noch Zeit.

Gemeinsam mit dem Kirchenkreis und dem Evangelischen Forum Schwalm-Eder sowie freiwilligen Helfern, präsentiert der Verein Haus der Reformation jetzt erst mal die Ausstellung in der Stadtkirche. „Entgegen der allgemeinen Ansicht, dass die Reformation eben nicht vom Gedanken der Toleranz geprägt war, spielte Hessen hier eine Sonderrolle“, so Dr. Richhardt. „Hier fanden zur Zeit des Landgrafen Philipp keine Verfolgungen statt.“ Ganz im Gegenteil, man sei bemüht gewesen, mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen. „Die Marburger Gespräche, die Judenordnung, die Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung sind die Versuche miteinander zu leben.“

Daher liege es nahe, zu fragen, wie sich die Toleranz über die Jahrhunderte bis heute entwickelt hat. Ausgehend vom historischen Ort der Homberger Synode von 1526 bis zur Gegenwart begleitet die Ausstellung durch die Jahrhunderte.

Die Ausstellung beginne 1526, komme aber im Heute und auch an der Küste von Lampedusa an, so aktuell sei das Thema, so Dr. Richhardt im HNA-Gespräch. „Die Frage nach Toleranz müssen wir uns auch heute noch täglich stellen.“

Aktuelle Bedeutung

Und die kommissarische Dekanin des Kirchenkreises, Sabine Tümmler, verwies anhand des Themas Migration auf die aktuelle Bedeutung von Toleranz: „Es gehört zu den Herausforderungen, immer wieder deutlich zu machen, wie nötig wir Toleranz haben. Die Flüchtlingsdramen an den Grenzen der europäischen Union sind ein furchtbarer Ausdruck menschlicher Not und fordern uns heraus zu Mitmenschlichkeit und Toleranz.“

In Homberg bemühten sich die Kirchengemeinde mit dem „Café 44“, einem Treffpunkt für Migranten und die Kirchenkreise im Schwalm-Eder-Kreis mit der Flüchtlingsberatung des Diakonischen Werks, dass das Zusammenleben der Kulturen in Homberg ein menschliches Gesicht bekomme.

Pfarrer Dierk Glitzenhirn, Geschäftsführer des Evangelischen Forums Schwalm-Eder: „Es ist etwas Besonderes, das Jahresthema der Luther Dekade ‚Reformation und Toleranz’, an dem Ort ins Gespräch zu bringen, von dem so viele Wirkungen ausgingen.“

www.365-Grad-Toleranz.de

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare