Das Rote Kreuz koordiniert offiziell die Kindertagespflege – Mehr Personal nötig

Zentrum der Tagesmütter

Hält Kontakt zu den Tagesmüttern: Anne Fuchs-Hanske (rechts) mit der Wolfhager Tagesmutter Svenja Salzmann und Marvin, Nico, Zoe, Levin und Joshua. Foto: Schleichert

Wolfhagen. Das Deutsche Rote Kreuz in Wolfhagen ist seit kurzem die erste Anlaufstelle im Altkreis für alle, die Kindertagespflege interessiert: Eltern, die einen Kindertagespfleger suchen, Tagesmütter oder -väter – und die, die es werden wollen. Neu daran ist: Die DRK-Angestellte für die Tagesmutterpflege, Anne Fuchs-Hanske, trifft seitdem auch die Vorauswahl bei den Bewerbern, die sich als Tagesmutter ausbilden lassen möchten.

„Wir sind jetzt dichter dran an den Tagesmüttern.“

Anne Fuchs-Hanske Sozialpädagogin

Das Rote Kreuz in Wolfhagen arbeitet eng mit dem Kreisjugendamt in Kassel zusammen. Das Jugendamt übergibt damit die Vermittlung der Kindertagespflege in die Hände von Außenstellen – hat aber das letzte Wort, wenn über die Eignung von Tagesmüttern entschieden wird.

Die Kosten für die Vermittlung teilen sich weiterhin der Landkreis und das Land. Anne Fuchs-Hanske arbeitet nun 25 Stunden pro Woche für die Wolfhager Vermittlungsstelle. Vor der Aufgabenerweiterung waren es zehn.

Die gelernte Sozialpädagogin Fuchs-Hanske sieht einen großen Vorteil in der Neuerung: „Wir sind jetzt dichter dran an den Tagesmüttern“, sagt sie. In ihrem Büro im DRK-Haus in Wolfhagen betreut sie Eltern und Tagesmütter aus Wolfhagen, Breuna, Zierenberg, Habichtswald, Bad Emstal und Naumburg. Fuchs-Hanske kann so vor Ort Kontakte knüpfen und Beratungsgespräche führen. Sie sieht sich als Bindeglied zwischen Eltern und Betreuern.

Die Nähe zu den Menschen ist ein Pluspunkt der neuen Aufgabenverteilung – ein anderer das Konzept, das dahinter steckt. Wie suchen die Vermittlungsstellen geeignete Tagesmütter? Wie sollten sie qualifiziert sein? Alle Vermittlungsstellen im Landkreis antworten darauf mit einer Stimme, denn haben in einem zweijährigen Pilotprojekt Standard-Abläufe entwickelt. Inzwischen wird Kindertagespflege im gesamten Altkreis stark nachgefragt: 37 ausgebildete Tagesmütter betreuen zurzeit 78 Kinder – und immer mehr berufstätige oder alleinerziehende Eltern suchen Hilfe bei der Betreuung ihrer Kinder. „Die Tagesmütter ergänzen das Angebot der Kindergärten“, sagt Anne Fuchs-Hanske. Was die Kindergärten nicht leisten können, übernimmt die Kindertagespflege.

Ihr Schwerpunkt liege deshalb auf der Betreuung früh morgens und spät abends sowie der Betreuung von Kindern, die für den Kindergarten noch zu jung sind. Das sind in Wolfhagen Kleinkinder bis zu zwei Jahren.

„In allen sechs Städten und Gemeinden besteht noch Bedarf“, sagt Anne Fuchs-Hanske. In Naumburg brauche man dringend mehr Tagesmütter.

Doch nicht nur dort: „Wir suchen im ganzen Altkreis händeringend nach Tagesmüttern.“ HINTERGRUND

Von Pia Schleichert

Quelle: HNA

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