Brandstiftungs-Prozess Weißenthalsmühle: „Habe ich nie gesagt“

Kassel. Ein erstes Strafurteil zur Brandserie Weißenthalsmühle gibt es. Es stammt allerdings nicht aus dem Prozess, der vor dem Kasseler Landgericht läuft, sondern vom Amtsgericht Höxter.

Dort, so sagte ein 18-Jähriger aus Nordrhein-Westfalen am heutigen Montag als Zeuge aus, sei er im September wegen Beihilfe zur Brandstiftung zu einem Wochenende Jugendarrest und 80 Arbeitsstunden verurteilt worden. Der junge Mann schilderte, wie er den 55-jährigen Angeklagten an einem Winterabend zu dem Anwesen begleitet habe - vermeintlich, um nach dessen Campingwagen zu sehen. Dann aber habe ihn der damalige Lebensgefährte seiner Mutter angewiesen, beim Feuerlegen im Scheunengebäude zu helfen - und er habe es getan.

Der junge Mann, der nach Angaben seiner Mutter lernbehindert ist, war damals 16 Jahre alt. Die Frau sagte am Montag aus, sie habe von der Brandstiftung erfahren, als sie sich von ihrem Partner trennen wollte. „Ich soll mal den Ball flach halten“, habe der gesagt: „Er hätte meinen Sohn in der Hand.“ Auf Nachfrage bei dem Jungen habe sie dann von der Feuerlegung erfahren. Nach Details, insistiert sie, habe sie nicht gefragt. Sie sei ohnehin psychisch wie körperlich am Ende gewesen.

Von Vorwürfen, dass der ebenfalls angeklagte Besitzer der Weißenthalsmühle, Volker G., das Feuer bestellt und dem 55-Jährigen Geld dafür bezahlt haben soll, habe sie erst bei der Polizei gehört, betont die Frau. Die Zeugen, die Geld von G.s Versicherung erhalten haben, wollen diese Information jedoch von ihr haben. Das wies sie energisch zurück: „Das können Sie aus Ihrer Akte streichen. Das habe ich nie gesagt.“

Von Katja Schmidt

Quelle: HNA

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