Ziegen für arme Menschen in Kenia

Verein Logos startet in Wolfhagen große Spendenaktion

Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake, Claudia Black, Geschäftsführerin des Vereins Logos - Global Vision, und Florence Viereck, sie ist Botschafterin der Aktion, bei der Geld für den Kauf von Ziegen für Menschen in Tharaka-Nithi in Kenia zusammenkommen soll.
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Sammeln Spenden für Familien in Kenia: Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake, Claudia Black, Geschäftsführerin des Vereins Logos - Global Vision, und Florence Viereck, sie ist Botschafterin der Aktion, bei der Geld für den Kauf von Ziegen für Menschen in Tharaka-Nithi in Kenia zusammenkommen soll.

30 Euro für eine Ziege. Mehr kostet es nicht, den Lebensstandard einer Familie in Kenia deutlich zu steigern. Der Verein Logos Global Vision wendet sich nun an Menschen in Wolfhagen und Umgebung, für sein neues Hilfsprojekt zu spenden.

Wolfhagen - Als Unterstützer hat sich Logos-Geschäftsführerin Claudia Black Bürgermeister Reinhard Schaake sowie die aus Kenia stammende und in Wolfhagen lebende Florence Viereck als Botschafterin der Aktion an die Seite geholt. „Ziegen sind in Kenia eine ganz einfache Art, den Menschen effektiv zu helfen“, sagt Black. Der Verein hat sich für sein Projekt die Region Tharaka-Nithi, 200 Kilometer nordöstlich der Landeshauptstadt Nairobi, ausgesucht. Der Landstrich zählt zu einem der ärmsten in Kenia, die Infrastruktur ist schlecht und die Menschen sind auf Landwirtschaft angewiesen, sagt Black.

Die Idee hinter der Spendenaktion: Familien sollen jeweils eine weibliche und eine männliche Ziege erhalten, die in Kenia gekauft werden. Vor Ort werden die frischgebackenen Ziegenhalter von Projekt-Mitarbeitern, die mit Logos in Kontakt stehen, betreut. Sie unterweisen die Familienmitglieder im Umgang mit den Tieren und geben Tipps bei gesundheitlichen Problemen. Sie zeigen, wie man einen Stall baut, den Kot der Vierbeiner als Dünger nutzen kann und geben Hilfe beim Anbau von Nutzpflanzen im Garten. Darüber hinaus lernen die Menschen, wie sie pflanzliche und tierische Produkte lagern und verkaufen können.

Und schließlich soll das erste geborene Zicklein weitergegeben werden an eine Familie, die ebenfalls in Armut lebt, sagt Black, die zusammen mit ihrem Vater Heinrich Floreck, der Logos vor zehn Jahren gegründet hat, schon zahlreiche Hilfsaktionen in Afrika, Asien und Osteuropa begleitet hat.

„Die Menschen erhalten nur durch den Besitz von Ziegen einen anderen Status“, sagt Black. Für sie seien die Tiere wie ein Sparbuch. Milch und Käse für den eigenen Verzehr oder für den Verkauf seien die Zinsen. Mitunter würden sich mehrere Menschen aus einem Dorf, in dem Logos bereits aktiv war, auch für den Aufbau einer gemeinschaftlichen Ziegenfarm entscheiden. Falls erforderlich, gibt der Verein auch Unterstützung beim Bau von Brunnen. Bei seinem Einsatz folgt Logos bestimmten Prinzipien: So wird Wert darauf gelegt, dass die Menschen in den verschiedenen Regionen in die Lage versetzt werden, die unterstützenden Kreisläufe selbst am Leben zu halten. „Unsere Hilfe ist nur der Anstoß“, sagt Black. Neben der körperlichen Stärkung, weil die Einheimischen nicht mehr hungern müssen, bieten sie seelische Unterstützung an und vermitteln christliche Werte.

In Korbach spenden die Menschen derzeit ebenfalls für ein Ziegen-Projekt, allerdings für eine Region in Tansania. Bei beiden Vorhaben möchte der Verein 500 Ziegen zusammen bekommen. Die Raiffeisenbank HessenNord, die Landfleischerei Leffringhausen in Viesebeck und die Servicegemeinschaft unterstützen die Aktion finanziell. Mit großen Tafeln in Wolfhagen und einigen Stadtteilen will Logos auf sein Engagement aufmerksam machen.

Ursprünglich hätte das Projekt auf dem zwischenzeitlich abgesagten Adventsmarkt in Wolfhagen vorgestellt und beworben werden sollen, sagt Bürgermeister Schaake. Die Kinder der Kita Liemecke wollten Plätzchen in Ziegenform backen und so für die Aktion werben. Und auch die Bewohner des Seniorenzentrums an der Karlstraße wollten Bastelarbeiten beisteuern. Wie die Kinder und Senioren trotzdem eingebunden werden können, wird derzeit überlegt.

Spende an Verein

Der Verein Global Vision wurde im April 2011 in Korbach durch Heinrich Floreck gegründet. Er wird durch private Spenden gefördert und verfolgt nach eigener Aussage ausschließlich gemeinnützige und mildtätige Zwecke. Er ist weltweit aktiv. Wer sich an der Aktion von Global Vision beteiligen möchte, kann auf der Website des Vereins spenden unter logos-global-vision.org/deutsch/spenden oder ganz klassisch per Überweisung bei der Bank für Sozialwirtschaft (Köln) IBAN: DE 543 702 050 000 012 330 00 / BIC: BFSWDE33XXX / Verwendungszweck: Ziegenspende Kenia. (Antje Thon)

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