Ziel: Klarheit in Sachen Wind

Schwalm-Eder. Die Pläne, wo im Schwalm-Eder-Kreis Windkraftanlagen gebaut werden können, werden konkreter, aber nicht alle Städte und Gemeinden sind einverstanden

Bedenken haben beispielsweise Gilserberg, Bad Zwesten und Spangenberg.

31 so genannte Vorranggebiete sind definiert worden (wir berichteten). Mit ihnen geht es nun in das 2. Offenlegungsverfahren, bei dem noch einmal Einwände geltend gemacht werden können. Sie müssen allerdings fachlich untermauert sein, erklärt Vizelandrat Winfried Becker. „Es reicht nicht, einfach nur dagegen zu sein“, sagt er.

Triftige Gründe könnten beispielsweise sein, dass Abstände zu Siedlungsflächen (1000 Meter) unterschritten werden, Wasserschutzgebiete oder geschützte Arten nicht berücksichtigt wurden oder die Pläne gravierende Fehler enthalten. In einer Versammlung der Bürgermeister am 28. November sollten die Pläne vorgestellt werden, kündigte Becker an.

Auch die Bundeswehr werde im weiteren Verfahren noch ein wichtiger Beteiligter sein. Bei etlichen Flächen habe sie noch große Bedenken. „Der endgültige Plan wird anders aussehen. Da fallen noch einige Flächen raus“, sagt Becker. Die Vorgaben müssten einer juristischen Überprüfung standhalten.

Mit dem Regionalplan bestehe nicht automatisch Baurecht für die Standorte. Jede Anlage müsse einzeln genehmigt werden. Becker: „Wenn beispielsweise nachträglich an einem Standort eine geschützte Art gefunden wird, kann das ein Problem werden.“ Generell sei es aber wichtig, Bereiche zu definieren, wo Windkraftanlagen zulässig sein sollen, um Wildwuchs vorzubeugen. Außerhalb der ausgewiesenen Gebiete seienWindmühlen dann nämlich nicht mehr zulässig.

Im Raumordnungsplan ist bisher für den Landkreis nur Gilserberg mit einem Vorranggebiet für Windkraft ausgewiesen.

Die Bedenken der Stadt Spangenberg gegen einen Windpark am Glasebach (HR07) sind nicht berücksichtigt worden. „Wir wollen nicht rings um die Stadt Windräder haben“, sagt Bürgermeister Peter Tigges. Man lehne Windkraft nicht generell ab. Auf der Stölzinger Höhe gebe es eine Fläche für zwölf Windmühlen. Mit Investoren seien bereits Verträge abgeschlossen worden.

In Gilserberg, wo bereits zehn Anlagen stehen, habe man die Bevölkerung stets in die Entscheidung einbezogen und einen Flächennutzungsplan erarbeitet, sagt Bürgermeister Rainer Barth. Das sei bei der Regionalplanung nicht berücksichtigt worden. Nun befürchte man eine „Umzingelung“ mit Windkraftanlagen. Ihre Zahl könnte auf über 30 steigen. Kritik gibt es vor allem am Standort HR35. Barth: „Wir sind nicht gegen Windkraft. Im Gegenteil. Aber das muss mit abgestimmt werden.“

Gemeinsam mit Nachbrgemeinden habe man Standorte gefunden, nun sei aber doch der Bereich an der Altenburg (HR14) in den Plan aufgenommen worden, kritisiert Bad Zwestens Bürgermeister Michael Köhler. Es handele sich um eine dominierende Bergkuppe. Das Landschaftsbild werde massiv gestört. Dort gebe es auch eine 3000 Jahre alte Ringwallanlage.

Von Heinz Rohde

Quelle: HNA

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