Ziel: Mehr Bio aus der Region

Landkreis Schwalm-Eder ist nun Ökomodellregion

Stefan Itter, Landwirt
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Stefan Itter, Landwirt

Der Schwalm-Eder-Kreis ist nun eine Ökomodellregion. Ziel ist es, die gesamte Wertschöpfung der Region zu stärken – dazu zählen Landwirte, Verarbeiter und Vermarkter.

Schwalm-Eder - Außerdem soll die neue Ökomodellregion Betrieben die Möglichkeit bieten, leichter auf Bio umzustellen. Auch die Nachfrage bei Verbrauchern für ökologische und regionale Erzeugnisse soll gesteigert werden.

Das Land Hessen fördert die Ökomodellregion mit bis zu 50 000 Euro der Personalkosten. Sie ist beim Fachbereich Landwirtschaft und Landentwicklung im Amt für Landwirtschaft in Fritzlar angesiedelt. Koordinatoren und Ansprechpartner sind Stefan Itter und Stefanie Eisenach.

„Dabei geht es nicht unbedingt um Direktvermarktung, sondern darum, Kooperationspartner für eine eigenständige Vermarktung der erzeugten Produkte zu finden“, so Itter.

Beim Bestreben, Betriebe in der Region zu erhalten, müsse es sowohl eine Abgrenzung als auch Brücken zwischen Bio- und konventionellen Betrieben geben, so Vizelandrat und Landwirtschaftsdezernent Jürgen Kaufmann. Denn: Ein einzelner Betrieb komme dabei schnell an seine Grenzen, so Kreislandwirt Norbert Klapp.

Gerade vor dem Hintergrund des neuen Insektenschutzgesetzes könne es für Betriebe in den geschützten Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Gebieten sinnvoll sein, auf ökologischen Landbau umzustellen, sagte Klapp. Biolandwirt David Heppe vom Zinnhof in Rodemann erhofft sich von der Ökomodellregion mehr lokale Kooperationen und bessere Absatzmöglichkeiten für heimische Erzeugnisse.

Die fachliche Expertise für den Ökolandbau sei im Kreis vorhanden, versichert der neue Fachbereichsleiter Ingvar Grebe. Die Ökomodellregionen sind Teil des seit 2014 bestehenden Ökoaktionsplans der hessischen Landesregierung. Dieser sieht eine nachhaltigere Landwirtschaft nach den Prinzipien des ökologischen Landbaus vor.

Die Umsetzung der Projekte könne mit Mitteln des Ökoaktionsplans der Landesregierung, der Dorf- und Regionalentwicklung sowie der Landwirtschaftsförderung unterstützt werden. (Kerstin Diehl)

Acht Prozent ökologischer Landbau im Kreis

Hessenweit liegt der Anteil des ökologischen Landbaus aktuell bei rund 16 Prozent. Im Schwalm-Eder-Kreis beträgt die Quote rund acht Prozent. Die Zahl der ökologisch wirtschaftenden Betriebe ist im Kreis von 54 im Jahr 2015 auf 113 im Jahr 2020 gewachsen. Seit 1. Februar unterstützt die Marktgesellschaft Gutes aus Hessen (MGH) die Ökomodellregionen dabei, sich besser zu vernetzen und Ökomodell-Land Hessen als Marke zu etablieren. (zkd)

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