Zierenberg muss verschuldetes Haus in städtisches Eigentum übernehmen

Muss übernommen werden: Das Sechs-Familien-Haus in der Poststraße ist mit hohen Schulden belastet. Dennoch muss es die Stadt Zierenberg in ihr Eigentum übernehmen. Dies war vertraglich im Jahr 1999 beschlossen worden. Foto:  Hoffmann

Zierenberg. Die Erhöhung der Kita-Gebühren, die Übernahme eines mit 370 000 Euro belasteten Sechs-Familien-Hauses in das Eigentum der Stadt und die Entwicklung der Flüchtlingssituation waren Themen der Stadtverordneten-Sitzung am Montagabend. Die Fakten im Überblick:

Kita-Gebühr 

Die Gebühren für die Kindergarten-Betreuung werden zum 1. Januar 2016 um fünf Prozent steigen. Die jährliche Anpassung war bereits mit den Haushaltssicherungskonzepten 2013 festgelegt worden. Für eine Halbtags-Betreuung eines Einzelkinds müssen künftig 161 Euro pro Monat gezahlt werden (bisher 153 Euro), für den ganzen Tag 217 Euro (206 Euro).

„Das ist nicht der richtige Zeitpunkt“, kritisierte Dr. Bärbel Mlasowsky, Fraktionsvorsitzende der UFW. „Wenn Zierenberg attraktiv bleiben soll, ist das kontraproduktiv.“ Andreas Mander, Vorsitzender der SPD-Fraktion, hielt dagegen: „Alle waren dafür, Erzieher besserzustellen. Und das wird auch in Form der Gebühren weitergegeben.“ Dass man 2016 dann keine Erhöhung mehr mittragen werde, kündigte Adrian Probst, CDU-Fraktionsvorsitzender, an. Mehrheitlich wurde die Erhöhung schließlich beschlossen.

Übernahme Wohnhaus 

Früher war das Gebäude in der Poststraße 9 in Zierenberg „heruntergekommen“, sagt Bürgermeister Stefan Denn. Dann wurde es in das Programm Altstadtsanierung aufgenommen. Aus dem landwirtschaftlichen Anwesen wurde 1999 ein Sechs-Familien-Haus. Und damals sei die Stadt bereit gewesen, es später zu übernehmen. Dieser Zeitpunkt ist nun gekommen. Ein Käufer wurde nicht gefunden, deshalb muss die Stadt das Haus wohl jetzt doch übernehmen. Es hat einen Verkehrswert von rund 250 000 Euro - und ist mit gut 372 000 Euro belastet.

Neben den hohen Schulden ist das Gebäude offensichtlich schon wieder sanierungsbedürftig, es gibt Schimmel und Risse in den Wänden, auch das Dach ist kaputt, so die Aussagen. Wie der Handlungsbedarf nach nur 15 Jahren so groß sein könne, fragte Bärbel Mlasowsky. „Das kann sich wirtschaftlich nicht rechnen“, sagte Adrian Probst. Dass das keine schöne Sache sei, sagte Andreas Mander. „Aber wir haben keine andere Wahl.“ Mit elf Ja-Stimmen, drei Nein-Stimmen und neun Enthaltungen wurde der Übernahme schließlich zugestimmt.

Flüchtlinge 

Leer stehende Wohnungen habe man bereits an den Landkreis gemeldet, sagte Stefan Denn. Er ist sicher: Im Jahr 2016 wird auch Zierenberg vermehrt Flüchtlinge aufnehmen müssen. „Zahlen und Daten kann ich aber noch nicht nennen.“

Stützmauer 

Bei Kanalbau-Arbeiten an der Neißer Straße ist eine Stützmauer zum Schulhof „in Bewegung geraten“, berichtete Denn. Der Bereich werde entsprechend gesichert. Ob der Landkreis Kassel oder die Stadt die Kosten für die Erneuerung übernehmen, ist noch unklar.

Quelle: HNA

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