Stefan Denn (SPD) nicht als Kandidat für Posten des Vizelandrats nominiert

Zierenbergs Bürgermeister im Interview: „Kann sehr laut werden“

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Sieht sich selbst als Kämpfer: Zierenbergs Bürgermeister Stefan Denn.

Zierenberg. Der SPD-Unterbezirk hat im Dezember Andreas Siebert, Bürgermeister in Niestetal, als Kandidaten für den Posten des Vizelandrates nominiert.

Zierenbergs Bürgermeister Stefan Denn hatte ebenfalls Interesse signalisiert, Nachfolger von Vizelandrätin Susanne Selbert zu werden, die im März als Direktorin zum Landeswohlfahrtverband (LWV) wechselt. Stefan Denn warf bereits Ende September seinen Hut in den Ring.

Doch er kam nicht zum Zug. Die Delegierten nominierten Siebert. Das letzte Wort hat aber der Kreistag. Wir sprachen mit Stefan Denn, der nun weiterhin Bürgermeister in der Stadt Zierenberg bleibt, über seine Pläne.

Herr Denn, Sie waren hoch motiviert, Vizelandrat zu werden. Die SPD hat sie allerdings nicht nominiert. Wie erklären Sie sich das?

Stefan Denn: Das ist ganz einfach: Die Delegierten haben mit großer Mehrheit meinen Kollegen Andreas Siebert gewählt, der vom Parteivorstand unterstützt wurde.

Der nominierte Andreas Siebert wurde vom Unterbezirksvorsitzenden Timon Gremmels als „bester Kandidat mit Kompetenz und Erfahrung“ beschrieben. Spricht Ihnen die SPD diese Attribute ab?

Denn:Offensichtlich gilt diese Aussage für einige in der Partei, aber fast ein Drittel der Delegierten hat mich gewählt.

Sie haben in einem Interview gesagt, dass Sie mit allen wichtigen Themen der Kommunalpolitik vertraut sind und die „tolle Arbeit von Vizelandrätin Susanne Selbert nahtlos fortsetzen könnten“. Trauen Sie diese Kompetenz auch Andreas Siebert zu?

Denn:Ja, das ist ganz eindeutig.

Herr Denn, würden Sie in der Rückschau betrachtet noch einmal Ihren Hut in den Ring werfen?

Denn:Ja, sicher. In einer Demokratie muss es immer Alternativen geben. Und ich persönlich fand die Zuspitzung auf einen Kandidaten nicht sehr glücklich.

Haben Sie Schlüsse daraus gezogen, dass die Findungskommission der SPD nicht Sie nominiert hat?

Stefan Denn:Ich habe daraus den Schluss gezogen, dass meine Partei mich an anderer Stelle in verantwortlicher Position sehen wollte. Da gab es mehrere Signale. Aber ich sehe mich nicht in Wiesbaden, ich bin Kommunalpolitiker.

Und ganz persönlich? Hat diese Erfahrung Ihr Selbstbewusstsein angekratzt? Im letzten Interview mit unserer Zeitung sagten Sie ja, dass Sie davon „eine gehörige Portion“ haben.

Denn:Die SPD im Bund, Land und den Kommunen braucht selbstbewusste Leute, die nicht immer „stromlinienförmig“ sind, sondern dahin gehen, wo es wehtun kann. Sich gegen den Parteivorstand und die Findungskommission zu stellen, war eine mutige Entscheidung, die der Partei gut getan hat. Daher gibt es am Schluss dieses Verfahrens auch drei Gewinner: Die SPD, Andreas Siebert und mich.

Sind Sie danach in Ihrem Amt als Bürgermeister einfach zur Tagesordnung übergegangen?

Denn:Ja! Hier im Rathaus gibt es so viele interessante Aufgaben in diesem Jahr, die mindestens genauso spannend und fordernd sind wie die Aufgabe als Vize-Landrat.

Die Zierenberger hatten Ihnen bei der letzten Bürgermeisterwahl großes Vertrauen ausgesprochen. Dann hatten Sie die Idee, Vizelandrat zu werden. Das hat nicht geklappt und Sie bleiben Bürgermeister. Wie gehen die Zierenberger Bürger mit Ihnen um?

Denn:Da sehe ich derzeit keine Veränderung.

Ist Ihre Position als Bürgermeister nun geschwächt?

Denn:Wer Mut bewiesen und gekämpft hat, kann wohl kaum geschwächt sein. Schwach ist in der Politik nur derjenige, der gar nicht kämpft.

Bis zum Jahr 2020 sind Sie gewählter Bürgermeister der Stadt Zierenberg. Wie sehen Ihre Pläne aus?

Denn:Zierenberg ist meine Heimat, hier bekommt mich keiner mehr weg. Wenn die Bürger es wollen, werde ich hier noch einige Jahre politisch aktiv bleiben. Und in meiner Partei gibt es noch einige ehrenamtliche Aufgaben zu erfüllen. Dabei werde ich immer die Stimme des ländlichen Raums sein. Und die kann sehr laut werden, wenn es nötig ist.   

Quelle: HNA

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