Roswitha Aulenkamp arbeitet seit einem halben Jahr an einer Auftragskomposition

Ein Zimmer voll mit Noten

Umringt von Notenblättern und Skizzen: Roswitha Aulenkamp in ihrem Flügelzimmer in der Casa Aulenkamp. Meistens in den Abendstunden sitzt sie an der Auftragskomposition. Foto: Thöne

Ziegenhain. Überall im Raum liegen Notenblätter – auf dem Boden, dem Sofa, dem Klavier und auf den Stühlen. „Normalerweise hänge ich auch noch die Wände voll“, sagt Roswitha Aulenkamp. Die Ziegenhainerin arbeitet derzeit an einer Auftragskomposition. Was in ihrem Flügelzimmer aussieht wie Chaos, hat aber System. „So behalte ich den den Überblick über das Stück“, sagt die 67-Jährige. Es passiere nicht oft, dass eine Komponistin eine Auftragskomposition erhält, so Roswitha Aulenkamp. Umso mehr habe sie sich über diese Aufgabe gefreut.

Seit einem halben Jahr arbeitet Roswitha Aulenkamp nun schon an dem Stück – meistens in den Abendstunden. „Ich brauche absolute Ruhe“, betont sie. Gerne fährt sie deshalb auch mal zu ihrem Sohn in die Wohnung nach Heidelberg. Dort könne sie völlig ungestört arbeiten. „In Heidelberg brauche ich mich um keine Anrufe oder Emails kümmern“, erzählt die Künstlerin.

Notizbuch für Spontanes

Die Klangvorstellungen entstünden immer ganz spontan in ihrem Kopf, sagt Roswitha Aulenkamp. Deshalb trage sie auch ein kleines Notizbuch mit Notenlinien bei sich. Jede Idee wird sofort notiert. „Das passiert mir in allen möglichen Situationen“, berichtet sie. Zum Beispiel beim Spaghetti kochen oder Zug fahren. Roswitha Aulenkamp hat ihre Auftragskomposition ständig im Hinterkopf. „Das Stück ist quasi wie mein zweiter Partner“, sagt die Komponistin und lacht.

Aber auch unkreative und schleppende Phasen gehörten zum Prozess des Komponierens dazu. „Es gibt Tage da muss man sich schon quälen“, sagt die 67-Jährige. Gehe es gar nicht weiter, lässt Aulenkamp die Arbeit auch schon mal ruhen. „Ich weiß, dass ich die Zeit dann in kreativen Phasen wieder aufhole.“ Und in diesen lässt sich die Komponistin gerne durch Geräusche in ihrer Umwelt inspirieren. Das Knarzen der Bäume im Wald, der heulende Wind oder das Wasserplätschern beim Abschrecken der Spaghettis – alltägliche Geräusche haben es der Komponistin angetan. „Ich habe dann sofort Assoziationen, wie ich das in meinem Stück umsetzen kann“, sagt die Ziegenhainerin.

Furchtbar aufgeregt

Obwohl es bereits ihre fünfte Auftragskomposition ist, sei sie vor jeder Uraufführung immer furchtbar aufgeregt, erzählt sie. Eine Auftragskomposition sei immer mit viel Arbeit und auch Stress verbunden, sie mache aber auch jede Menge Spaß. „Es ist das kreative Arbeiten, das mich reizt. Man kann sich mit seinen Ideen verwirklichen. Ich bin stolz, das machen zu dürfen.“

Von Nina Thöne

Quelle: HNA

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