HNA-Serie

Zu Gast auf Hof Weidelbach: Rundum entspannen im Grünen

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Das Küchenteam: Stefan Hofmann und Isabella Balzer stehen für eine rundum regionale Küche.

Bis in die Antike reicht die Geschichte der heimischen Gasthäuser zurück. In einer Serie stellen wir unsere Lokale vor – wie sie waren, was sie sind. Diesmal: Hof Weidelbach in Ziegenhain.

Wasserbüffel-Leckereien hat längst nicht jeder Gastronomie-Betrieb in der Schwalm auf seiner Karte stehen, doch im Hof Weidelbach konnte Enkel Jakob Ziegler ein erstes Tier seiner kleinen Zucht auf die Speisekarte setzen. 

Koch Stefan Hofmann nutzt die großen Knochen des edlen Tieres, um mit frischem Gemüse eine kräftigende Brühe aufzusetzen. Das Fleisch von Wasserbüffelbulle Willi wird unterdessen zu Wasserbüffel-Burgern, Rouladen, Gulasch oder Steak verarbeitet. „Die Regionalität lag uns schon immer am Herzen. Auch die Kartoffeln stammen aus eigenem Anbau. Jakob führt mit seinen Wasserbüffeln den Weg auf neue Art fort“, freut sich Jakobs Tante Michaela Ziegler.

In den Sommermonaten ist die Terrasse geöffnet

Hof Weidelbach liegt von Grün umgeben am Rande Ziegenhains und ist für Ausflugsgäste gerade in den Sommermonaten mit der geöffneten Terrasse ein beliebtes Ziel. Ein großes Spielgelände für Kinder und ein Streichelzoo zeichnen die Gaststätte, der zugleich ein Hotelbetrieb mit 20 Zimmern angeschlossen ist, aus. Esel Pedro gehört schon seit 30 Jahren zur Weidelbach-Familie und liebt Streicheleinheiten am Koppelzaun.

1952 zog es die Vorfahren Heinrich und Anna-Elisabeth Vogel aus Allendorf/Landsburg ins Grüne, um in der ehemaligen Schäferei ihren landwirtschaftlichen Hof zu führen. 

Halten zusammen: von links Hans-Walter, Michaela und Jakob Ziegler sind stets für ihre Gäste da.

Schon bald machten Ausflugsgäste immer wieder Rast unter der großen Linde und so wurde ganz spontan mit ein paar kühlen Getränken und einem guten Stück Rote Wurst der Grundstein für den heutigen Gastronomie-Betrieb gelegt. Die drei Töchter der Familie Liesel, Heidi und Hilde packten stets mit an, sodass 1961 tatsächlich eine Gaststätte eröffnet wurde. 

Trotz Schicksalsschlägen immer für die Gäste da

Tochter Heidi übernahm den Betrieb mit Ehemann Hans-Walter Ziegler. Schon bald ließen die beiden eine Kegelbahn errichten und bauten ihr Angebot mehr und mehr aus. 1986 kam der Hotelbetrieb hinzu und fortan nutzten Touristen wie Geschäftsleute die Unterkunftsmöglichkeit im Grünen.

So idyllisch die Lage von Hof Weidelbach auch ist, von familiären Schicksalsschlägen blieb die Familie nicht verschont. 1986 verunglückte Tochter Michaela bei einem Autounfall, sodass sie bis heute auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Im Jahr 2017 dann der nächste Schicksalsschlag, Jakobs Mutter Anika starb im Alter von nur 45 Jahren. 

Von der Schäferei zum Lokal: Der Hof Weidelbach ist seit 1952 in Familienhand.

So schwer das eigene Schicksal auch spielte, für ihre Gäste waren und sind die Zieglers da. Ganze Familiengenerationen feierten Taufen, Konfirmationen und Kommunionen, Hochzeiten und Jubiläen im großen Saal der Gaststätte.

Berühmte Gäste waren vor Ort

„Die enge Bindung zu unseren Gästen ist etwas Besonderes“, sagt Michaela Ziegler, die die jahrzehntelange Unterstützung ihrer Tante Hilde Möller wie auch die Hilfe ihrer langjährigen Angestellten nicht missen möchte. 

„Wir hatten schon Persönlichkeiten wie Drafi Deutscher, die Kastelruther Spatzen, Gaby Baginsky und Wolfgang Stumpf zu Gast. Auch Ministerpräsident Volker Bouffier aß mit unserer Oma Heidi schon ein Stück Zwetschgenkuchen“, erinnert sich Michaela Ziegler, die aber auch jeden anderen Gast mit viel Herz am immer gut geheizten Kachelofen des Hauses in Empfang nimmt.

Von Regina Ziegler-Dörhöfer

Quelle: HNA

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