Ziemlich unübersichtlich

Wie im Dschungel: Zu viele Wanderwege im Naturpark Habichtswald

Wolfhager Land. Das Wanderwegenetz im Naturpark Habichtswald gleicht an vielen Stellen einem Dschungel.

Es gibt zu viele Wege, einige sind schlecht beschildert, andere zugewachsen und ohne Ausblicke. Das zu ändern, den Bestand digital zu erfassen und eine attraktive Auswahl für den Erhalt zu treffen, das hatte sich der Naturpark im Jahr 2014 vorgenommen. Nach drei Jahren zieht der Geschäftsführer des Zweckverband Naturpark Habichtswald, Jürgen Depenbrock, eine verhaltene Bilanz.

„Das Vorhaben stellte sich schnell als komplizierter heraus, als zunächst angenommen.“ Inzwischen seien zwar die gemeldeten Wege in das System des Zweckverbandes eingepflegt, allerdings stießen die Mitarbeiter des Naturparks bei der Auswahl jener Wege, die weiterhin erhalten werden sollen, auf Widerstände. 

In Obhut des Naturparks befinden sich Pfade von allein 560 Kilometern Länge. Hinzu kommen die kommunalen Wege mit einer geschätzten Länge von 1500 Kilometern. Sie werden oftmals vom Hessisch-Waldeckischen Gebirgs- und Heimatverein betreut. Dessen Mitglieder hätten inzwischen ein so hohes Alter, dass die Wegepflege nicht mehr zu schaffen sei, sagt Depenbrock. Dennoch falle es verschiedenen Ortsgruppen schwer, einzelne Wege aufzugeben und die Verantwortung für die Pflege der übrigen an den Naturpark zu übertragen. „Wir wollen Klasse statt Masse“, sagt Depenbrock.

Probleme gebe es aber auch mit den Waldbesitzern. Weder Hessen Forst noch die Privaten zeigten ein großes Entgegenkommen, wenn zugunsten attraktiverer Strecken, neue Abschnitte ausgewiesen würden. „Selbst dann nicht, wenn der Weg bereits vorhanden ist und nur 150 Meter davon markiert werden müssen“, so der Geschäftsführer des Zweckverbandes. Die Waldbesitzer wollen kein Publikum im Wald.   

Quelle: HNA

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