Zuerst ans Klavier: Dr. Georg Löwer feiert seinen 100. Geburtstag

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100 Jahre alt und irgendwie doch jung geblieben: Dr. Georg Löwer an seinem Flügel, auf dem er noch täglich spielt.

Homberg. Er begrüßt jeden Morgen mit einem Klavierspiel und schickt über die Tasten einen Gruß an den lieben Gott. So bedankt sich Dr. Georg Löwer für sein reiches und buntes Leben, das er im hohen Alter richtig genießt. Der ehemalige Rechtsanwalt und Notar feiert am Freitag seinen 100. Geburtstag.

Wenn er am Flügel sitzt und die alten Schlager wie "Wochenend und Sonnenschein" spielt, erinnert er ein wenig an Jopi Heesters. Aber den Vergleich braucht Löwer nicht, denn der vitale 100-Jährige ist Original genug.

Nach dem Klavierspiel geht er jeden Morgen zu einer kleinen Andacht in die Kirche, und am Nachmittag dreht er seine Runden in der Stadt. "Ich gehe sogar bis nach Caßdorf und besuche dort meine gute Freundin", erzählt er.

Er wohnt noch im Eigenheim, versorgt sich in vielen Dingen selbst und schwärmt von seiner Terrasse. Dieser Mann nimmt auch im hohen Alter noch richtig am Leben teil. Er erzählt lebendig und begeistert von seinen Freunden in der Tugendrose, einer privaten Vereinigung von Ärzten und deren Angehörigen, mit denen er sich alle zwei Wochen zum Plauschen trifft.

Kommunizieren ist immer noch eine seiner Leidenschaften. Auch wenn er schlecht sieht und hört, gelingt es ihm schnell, einen herzlichen Kontakt herzustellen. Er spricht über Antiquitäten und Malerei ebenso wie über die Eurokrise und die Weltpolitik.

Täglich informiert er sich im Fernsehen und lässt sich die Zeitung vorlesen. Das Interesse halte ihn fit, meint er. "Ich habe so viel zu denken", sagt er auf die Frage, wie man es schafft, so alt zu werden und gesund zu bleiben. Bis heute hatte er keine wirklich bedrohliche Krankheit.

In Gedanken schweift er auch in die Vergangenheit und denkt gern an seine Frau Mathilde, mit der er in zweiter Ehe 63 Jahre glücklich verheiratet war und die vor vier Jahren verstorben ist.

Geboren wurde Löwer am 25. November 1911 in Wuppertal. Die Familie zog nach Frankenberg, wo er aufwuchs, sein Abitur absolvierte er am Friedrichsgymnasium in Kassel und studierte später Jura in Marburg und Innsbruck. Nach Krieg und Gefangenschaft in Österreich wurde er in Homberg sesshaft und betreute bis 1990 viele Menschen.

Von 1956 bis 1960 war er als parteiloses Mitglied im Kreistag. Er wirkte in 18 Vereinen mit, war Vorstand bei der AOK und bekam den Ehrenbrief des Landes Hessen. Löwer hat drei Kinder und sechs Enkel, einer wohnt bei ihm im Haus.

Seinen Geburtstag will der Jubilar mit vielen Gästen und guten Gesprächen feiern. So wie er ist, möchte er noch lange bleiben. "Im Sessel sitzen und die Decke auf die Beine legen, das ist noch nichts für mich", verabschiedet er sich.

Quelle: HNA

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