Züschen: Streit um den Ratskeller

Sie kämpfen um den Ratskeller: In Züschen versammelten sich Einwohner, um gegen einen Verkauf zu protestieren. Foto:  Büchling/Montage: ode

Züschen. Im Fritzlarer Stadtteil Züschen regt sich Protest. Der Grund: Die Stadtverordneten sollen am morgigen Donnerstag beschließen, das alte Rathaus zu verkaufen. Mehr als 50 Züschener versammelten sich jetzt vor dem Gebäude, um sich gegen den Verkauf stark zu machen.

„Wir wollen den Ratskeller so erhalten, wie er ist und nicht in abgespeckter Form, sondern mit Saal und Nebenräumen“, sagte Claus Gottfried, einer der Sprecher der Initiative. Nur bei einer kompletten Nutzung könnten Gruppen und Vereine weiter Veranstaltungen abhalten. Der Ratskeller sei mittlerweile die letzte Kulturstätte im Ort.

Das Haus kostet Geld

Doch das alte Haus kostet viel Geld. Alleine für dringend notwendige Brandschutzarbeiten werde die Stadt 70 000 Euro investieren, sagte Bürgermeister Karl-Wilhelm Lange auf HNA-Anfrage. Damit werde sichergestellt, dass die Gaststätte weiterbetrieben werden könne.

Für die Fremdenzimmer und die Versammlungsräume im 1. Stock würden noch erhebliche Mehrkosten entstehen, würde man sie sanieren, erklärte Lange. Er sprach von mehreren hunderttausend Euro.

Daher schlage der Haupt- und Finanzausschuss den Stadtverordneten vor, das Gebäude zum Kauf anzubieten. Von einem symbolischen Preis von einem Euro, wie es in Zü- schen kolportiert worden war, könne dabei allerdings keine Rede sein, sagte Lange. Auch die Behauptung, die Substanz des Gebäudes sei vor sechs Jahren erst überprüft worden, wies der Bürgermeister zurück. Tatsächlich seien damals nur einige kleinere Reparaturen vorgenommen worden.

Für Vereine und Gruppen werde es auch weiterhin einen Versammlungsraum geben, denn das Feuerwehrgerätehaus soll entsprechend ausgebaut werden, schlägt der Bürgermeister vor.

Entschieden wird das am Donnerstag, dann haben die Stadtverordneten das Wort. (ode/zpb)

Sitzung: Donnerstag, 11. November, 20 Uhr, Rathaussaal. Weitere Themen u.a. Schwimmbadpreise, Erhöhung Grund-/Gewerbesteuer.

Quelle: HNA

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