Garvensburg verkauft

Die Garvensburg ist verkauft: Familie aus Südhessen will Schloss privat bewohnen

Auf dem Bild ist ein Schloss zu sehen. In einem Park und drumherum ist alles grün.
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Die Garvensburg in Züschen ist verkauft. Eine Familie aus Südhessen will darin wohnen.

Sie war über Jahrzehnte ein Magnet für Touristen: die Garvensburg in Züschen. Bis Anfang des Jahres – denn Harald Kneier und seine Familie machten das Restaurant und das Hotel aus wirtschaftlichen Gründen dicht. Nun steht ein weiterer Schritt fest: Die Garvensburg ist verkauft, und zwar an eine Familie aus Südhessen, die das Schloss privat nutzen möchte.

Züschen - „Es ist unser persönlich empfundener Auftrag, die Garvensburg in gute Hände zu geben“, sagt Kneier, der vorerst noch mit seinem Unternehmen kneier consult in einem Teil des Gebäudes bleibt. Denn der Unternehmer weiß: Der Verkauf des Areals ist für viele Menschen aus der Region ein emotionales Thema. Unzählige Veranstaltungen im Park, romantische Hochzeiten und das Restaurant sind nur ein Teil dessen, was viele nun schmerzlich vermissen werden.

Der Schritt sei nicht leicht gefallen, sagt Kneier. Und doch sei es wichtig, klare Verhältnisse zu schaffen. Nun gehört das Anwesen also einer Familie aus dem Raum Frankfurt, die dort mit drei Generationen leben möchte. Einen Namen möchte die Familie zunächst nicht nennen, um ihre Privatsphäre zu schützen.

Wichtig sei ihr aber, den Menschen mit auf den Weg zu geben: „Wir möchten niemanden vergrämen.“ Im Gegenteil: Mit drei Generationen wolle die Familie die Ruhe „in einer wunderschönen Gegend“ genießen. Mehrere Familienmitglieder würden für viel Leben in der Garvensburg sorgen.

Und das sei nicht alles: „Wir machen uns ernsthafte Gedanken darüber, ein- bis zweimal im Jahr ein Gartenfest zu veranstalten“ – je nachdem, wie sich die Coronakrise entwickelt natürlich. Sehr gut könne die Familie nachvollziehen, dass die Garvensburg für viele Menschen in der Region eine ganz besondere Bedeutung hat. „So bewusst war uns das am Anfang gar nicht.“ Nun wolle man das aber selbstverständlich ernst nehmen.

Trotzdem bittet die Familie darum, zu akzeptieren, dass der Park in den kommenden Wochen geschlossen wird. In der nächsten Zeit stünden einige Renovierungsarbeiten an.

Zuletzt Hotel, Restaurant und Tagungsort
Die Garvensburg wurde 1898 von dem Schlotbaron Wilhelm Garvens aus Hannover erbaut. Dieser wurde mit der Herstellung von Maschinen, Waagen und Pumpen reich. In den 1970er-Jahren wechselte das Schloss in Privatbesitz. Vor dem Ehepaar Kneier gehörte das Anwesen einem Blumengroßhändler aus Berlin. Jahrelang wurde das Schloss zuletzt als Hotel, Restaurant, Tagungsort und Domizil für Kneiers Unternehmensberatung und Werbeagentur genutzt. (Daria Neu)

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