Grundschule Wabern richtete Klassenratsstunden für alle Klassen ein

Zuhören kann man lernen

Die Reiherwald Schule in Wabern erhielt Geld von der Aktion Kinder für Nordhessen: Das setzte sie ein, um den Schülern von Kindesbeinen an das Thema Demokratie nahe zu bringen. Foto: Mangold

Wabern. Die Schüler der Waberner Grundschule am Reiherwald üben Demokratie – und zwar von Anfang an. Seit Beginn dieses Schuljahres findet für alle Schüler wöchentlich eine Klassenratsstunde statt. Dabei lernen die Kinder, Probleme anzusprechen, sie zu diskutieren und gemeinsam eine Lösung zu finden.

Fürs Projekt „Wir stärken uns – Demokratie lernen und Gewaltprävention“ erhielt die Schule 1500 Euro von der HNA-Aktion Kinder in Nordhessen, für die die Eon-Mitte in diesem Jahr 15 000 Euro spendete.

Den Kindern der Waberner Schule hilft dieses Geld, einen guten Umgang miteinander zu lernen. Sie setzte es für die Fortbildungen der Lehrer ein, damit sie das Projekt erfolgreich im Schulalltag umsetzen können. „Es ist wichtig, dass die Kinder mitbestimmen dürfen“, sagt Schulleiterin Ulrike Hause.

Fürs Mitbestimmen gibt es feste Regeln: Die Themenvorschläge werden gesammelt, es gibt einen Diskussionsleiter, die Gesprächszeit ist festgelegt, die Schüler stimmen am Ende per Hand ab und bemühen sich um ein faires Miteinander. Die Ämter wechseln, die Kinder übernehmen abwechselnd die unterschiedlichen Aufgaben im Klassenrat.

Die Kinder lernten so schon früh, Verantwortung zu übernehmen, sagt Ulrike Hause. Mit dem Projekt wolle man die Schüler darin bestärken, ihre Rechte auch einzufordern.

Es geht nicht ums Motzen

Zusätzlich zur Klassenratsstunde trifft sich Hause mehrmals im Jahr mit allen Klassensprechern, die dann ihre Wünsche und Kritik einbringen können. Das sei aber keinesfalls eine Gelegenheit zum Motzen: „Konflikte mit Lehrern haben in dieser Sitzung nichts verloren“, betont sie. Vielmehr gehe es dann um Themen wie achtlos weggeworfenen Müll auf dem Schulgelände. Natürlich könnten nicht alle Wünsche erfüllt werden, berichtet Hause. Es gäbe auch Grenzen: wie bei dem Wunsch, den Englischunterricht öfter im Freien stattfinden zu lassen.

Aber durchs gemeinsame Lösen von Streitigkeiten übten die Schüler sozusagen von Kindesbeinen an Demokratie. Sie lernten zuzuhören, frei zu sprechen und sich in andere einzufühlen, berichtet Ulrike Hause.

Das fördere die Gemeinschaft und verbessere das Schulklima spürbar, sagte die Schulleiterin. Erste Schülerbefragungen ergaben positive Rückmeldungen. Ein Vertreter der Eon Mitte AG überreichte der Schulleitung ein Patenschild, das nun im Eingangsbereich der Schule aufgehängt wird.

Von Bettina Mangold

Quelle: HNA

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