Zukunft der Geburtshilfe an Kreisklinik Wolfhagen hängt an Finanzierung

Wolfhagen. Mit dem Erhalt der Geburtshilfe wird sich am Donnerstag der Kreistag befassen. Landrat Uwe Schmidt hofft seitens der Fraktionen auf den Auftrag, die Voraussetzungen für die Wiedereröffnung der Geburtshilfe an der Kreisklinik Wolfhagen schaffen zu dürfen. Hierfür will er auch die Stadt Kassel ins Boot holen.

Gebunden sei dies an die Zusage der Belegärzte, ihre Tätigkeit in der Geburtshilfe für mindestens fünf Jahre fortzuführen. Dies hat die Gynäkologin Dr. Marion Reif-Kaiser für sich und ihre Kollegin, Dr. Julia Jungermann, gegenüber der HNA zugesichert. Auch Dr. Werner Prinz wolle drei weitere Jahre in der Belegarztpraxis tätig sein und in der Geburtshilfe arbeiten. Für die Zeit danach müsse ein Nachfolger gefunden werden.

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Für die Aufsichtsratssitzung der Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) am 8. April solle vom GNH-Vorstand eine Beschlussvorlage vorbereitet werden, sagt Landrat Schmidt. Noch liegt diese nicht vor. Wie GNH-Vorstandschef Dr. Gerhard Sontheimer jetzt sagte, stehe er weiterhin zu seiner Aussage vom HNA-Lesertreff, eine Vorlage dem Aufsichtsrat vorzulegen, wenn er eine realistische Chance für eine Mehrheit sehe. Voraussetzung wären verbindliche Zusagen für die von Landrat Schmidt und Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake ins Gespräch gebrachte Drittelbeteiligung von Kreis und der Stadt Wolfhagen am zusätzlichen Defizit und die für diesen Zeitraum gesicherte medizinische Versorgung.

Um diese Finanzierung der Geburtshilfe soll es auch am Donnerstag im Kreistag gehen. Zur Disposition steht ein Beitrag von jährlich 150 000 Euro. Dem müsste der Kreistag zustimmen, sagte Schmidt. Die SPD-Fraktion in der Wolfhager Stadtverordnetenversammlung will am Donnerstagabend ebenfalls einen Antrag einbringen, der den finanziellen Part der Stadt regeln soll.

Im Aufsichtsrat der Gesundheit Nordhessen Holding hält man sich zum Thema Wiederbelebung der Geburtshilfe an der Kreisklinik Wolfhagen bedeckt. So ließen die Aufsichtsratsmitglieder Jürgen Kaiser (Bürgermeister Kassel), Dr. Jürgen Barthel (Stadtkämmerer Kassel) und Anne Janz (Stadträtin Kassel) über den Pressesprecher der Stadt Kassel, Ingo Happel-Emrich, mitteilen, dass man vertrauensvolle Gespräche mit dem Landkreis Kassel führe. Und weiter: „Wir bitten aber um Verständnis, dass wir zu einzelnen Themen, die gegebenenfalls im Aufsichtsrat behandelt werden, nicht Stellung nehmen.“ Neben ihnen und dem Landrat hat der Aufsichtsrat noch fünf weitere Mitglieder.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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