Zukunftsfragen im Fokus der Ziegenhainer Frühjahrssynode

Höhepunkt im Lutherjahr: Im Hof der Klosterkirche Spieskappel wird es im Mai ein Künstlersymposium unter dem Motto „Einschlag trifft Katechismus“ geben. Fotos:  1 Archiv/ 1 Rose

Schlierbach/Ziegenhain. Die Frühjahrssynode des Kirchenkreises Ziegenhain in Schlierbach stand im Zeichen von zwei großen Themen: die Strukturveränderungen innerhalb der Kirche und das Reformationsjubiläum.

Das Reformationsjubiläum

Für das Lutherjahr plane der Kirchenkreis mehr als 50 Veranstaltungen, erklärten Dekan Christian Wachter, Präses Andreas von Hubatius und Pfarrer Dierk Glitzenhirn im Gespräch. Den Schwerpunkt bilde ein Künstlersymposium unter der künstlerischen Leitung von Ernst Groß (Großropperhausen) im Mai im Klosterhof Spieskappel. Das Motto: Einschlag trifft Katechismus.

Für den Reformationstag sei ein Glockenreigen durch den Kirchenkreis geplant. 95 Glocken sollen in Reihe – alle drei Minuten – läuten.

Die Strukturveränderung

Im Gespräch mit der HNA: Pfarrer Dierk Glitzenhirn, Dekan Christian Wachter und Präses Andreas von Hubatius (von links).

„Eine der großen Aufgaben wird sein, wie sich Kirche reformiert“, sagte Wachter vor dem Hintergrund des Reformvorhabens, 25 Prozent des Haushalts bis 2026 einzusparen. Dazu sollen laut Landessynode zunächst sogenannte Kooperationsträume gebildet werden. „Mindestens drei volle Pfarrstellen bilden einen Raum“, erklärte der Dekan. „Die Aufgaben von Haupt- und Ehrenamt werden darin genau geklärt“, verdeutlichte der Präses. Die Kirchengemeinden sollen künftig stärker zusammen arbeiten, die Pfarrer sich wechselseitig vertreten und ein Gottesdienstkonzept erarbeiten.

Die Umsetzung

Die Pfarrer des jeweiligen Kooperationsraums sollen einen Vorsitzenden wählen. „Die Kirchenvorstände entsenden aus ihrer Mitte mindestens ein weiteres Mitglied in den Ausschuss. Der Vorsitzende wird aus der Mitte gewählt“, erklärt Wachter. Zudem plane man gemeindeübergreifende Büros.

Die Zukunft

Aktuell gibt es im Kirchenkreis 25 Pfarrstellen: Weggefallen ist eine viertel Stelle. „Die nächsten Einschnitte kommen“, sagte der Dekan. Wie die aussehen, könne man erst nach der Landessynode sagen. Dort entscheide sich auch, wie viele Kirchenkreise es künftig gebe. Perspektivisch sei eine Zusammenlegung von drei auf zwei denkbar. Davon auszugehen sei, dass die Synode das Pfarrstellenbudget in die Kirchenkreise gebe: „Der Kreis entscheidet aus der Summe der Stellen, wie die Gemeinden versorgt werden.“ Beraten werde auch über den Einsatz der Baumittel. In den Vorjahren flossen pro Jahr 250 000 Euro in Kirchensanierungen. Das reiche noch nicht einmal für ein Gotteshaus, sagte Wachter.

Jugendarbeit und Musik

Der Kirchenkreis will die Jugendarbeit in den Gemeinden voranbringen, in denen es keinen hauptamtlichen Jugendarbeiter gibt. Das Konzept erarbeitet Julian Staubel. Die Stelle finanziert zu 40 Prozent die Melanchthon-Schule und zu 60 Prozent der Kirchenkreis. Kantor Jens Koch entwickelt die Kirchenmusik weiter: Neben der Klangreise werden Orgelworkshops in Schlüchtern angeboten, in Planung sind Orgel-Übungsräume an Schulen.

Quelle: HNA

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