Weitere Arbeitsplätze geplant

Zungen-Spezialist zieht von Bründersen nach Niederelsungen

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Neuer Standort im Gewerbegebiet: Die Goldstein GmbH verarbeitet Schweinezungen und ist von Bründersen nach Niederelsungen gezogen. 

Bründersen/Niederelsungen. Bei der Goldstein GmbH dreht sich alles um Schweinezungen. Der Betrieb verarbeitet pro Woche etwa 40 Tonnen Zungen und beliefert Kunden in ganz Deutschland. 

Nun ist der Familienbetrieb von Bründersen nach Niederelsungen gezogen. Bereits Ende des Jahres 2012 hatten Firmeninhaberin Martina Goldstein und ihr Mann die leerstehende Wurstfabrik Steinbock erworben. Am Montag nun ist die Produktion im kleinen Gewerbegebiet an der Autobahn 44 angelaufen.

Mehr als eine Million Euro haben die Goldsteins in den Betrieb investiert. „Wir haben umgebaut, Wände herausgerissen, eine Halle errichtet und vier neue Maschinen gekauft“, sagt die 48-jährige Geschäftsführerin. Die Produktionsfläche habe sich gegenüber dem Standort in Bründersen, der alten Molkerei, verdreifacht. In den nächsten Jahren soll die Zahl der Beschäftigten von derzeit neun auf 15 wachsen. Auch der Umsatz soll wieder steigen, von derzeit drei bis vier Millionen Euro auf später sechs Millionen. „Und wir sind dabei, neue Kunden zu gewinnen“, kündigt Martina Goldstein an.

Viele Auflagen

Nach dem Kauf der Immobilie in Niederelsungen habe der Familienbetrieb zahlreiche Auflagen erfüllen müssen, sagt die Chefin. Das fange an beim Lärmschutz und ende bei der Wärmerückgewinnung. So müsse der Betrieb die bei der Produktion anfallenden Abgase energetisch verwerten. Nasse Abfälle werden abtransportiert und wandern in eine spezielle Biogasanlage. Das Abwasser wird über die Kläranlage gereinigt.

Alte Molkerei zu klein

Letztlich habe der Handwerksbetrieb mit seinem Standortwechsel auf die steigenden Ansprüche der Kunden reagiert. Die alte Molkerei in Bründersen wurde zu klein, die Produktion gelangte an Kapazitätsgrenzen. Nicht alle von den Kunden gewünschten Mengen hätten geliefert werden können, sagt die Unternehmerin. In Bründersen ruht nun die Produktion. Das Gebäude werde derzeit für die Kühlung der Ware genutzt. Was künftig aus ihm werden soll, stehe noch nicht fest.

Martina Goldstein, deren Schwiegervater die Firma im Jahr 1992 in Bründersen aufgebaut hatte und der wie sie selbst aus dem Ruhrgebiet nach Nordhessen gezogen ist, bezeichnet das Unternehmen als einen Nischenbetrieb. „Wir haben uns schon sehr spezialisiert“, sagt sie. Und so werden ausschließlich Zungen verarbeitet. Für eine Tonne Zungen werden zwischen 3000 und 4000 Schweine geschlachtet. Die Tiere kommen alle aus Deutschland.

Die 150 Kunden, die der Familienbetrieb mit dem Halbfertigprodukt beliefert, veredeln die Zungen. Zungenwurst, Zunge in Aspik und Leberwurst stellen sie aus dem Lebensmittel her.

Quelle: HNA

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