Nach Prozess um Schlägerei in Treysaer Disko Hazienda ging Beteiligter vor Gericht

Zurück mit der Berufung

Marburg/Schwalmstadt. Offensichtlich aus Angst vor den Auswirkungen einer Verurteilung auf seinen bereits genehmigten Asylantrag hatte ein derzeit in Frielendorf wohnender 46-jähriger gebürtiger Serbe vor dem Marburger Landgericht Berufung gegen ein Urteil des Amtsgerichtes Schwalmstadt eingelegt.

Wegen der unmittelbaren Beteiligung an einer gefährlichen Körperverletzung war er dort Mitte November vergangenen Jahres zu einer siebenmonatigen Gefängnisstrafe, die das Amtsgericht für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt hatte, verurteilt worden. In einer Nacht Mitte. August 2011 war es in Schwalmstadt in der Diskothek Hazienda aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen zu einer Schlägerei gekommen.

Nach dem Vorwurf der Staatsanwaltschaft hatte der Angeklagte einen Geschädigten festgehalten, so dass ein weiterer Tatbeteiligter, der als mehrfach vorbestrafter Haupttäter bereits rechtskräftig zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr ohne Bewährung verurteilt worden war, dem Opfer mehrere Mal mit der Faust ins Gesicht schlagen und dem danach auf dem Boden liegenden gegen den Kopf treten konnte.

„Es kommt nicht darauf an, dass man selbst schlägt. Es reicht, wenn man einen anderen festhält, so dass dieser geschlagen werden kann“, begründete Richter Wolf Winter die Verurteilung.

Sieben Zeugen

Insgesamt sieben Zeugen und den Beweis einer Videoaufnahme hatte der 46-Jährige bei der Berufungsverhandlung in Marburg zu seiner Entlastung aufgeboten.

„Die Aufnahme brauchen wir nicht, aber denken Sie noch einmal über ihren Berufungsantrag nach“, forderte Richter Winter den Angeklagten auf. Auch der Staatsanwalt warnte den Angeklagten eindringlich vor den Folgen der Anstiftung zu einer Falschaussage. „Wenn sich die Angaben hinterher als falsch herausstellen, gehen Sie unweigerlich ins Gefängnis und auch die Zeugen werden für ihre falsche Gefälligkeitsaussage hart bestraft“, so der Staatsanwalt.

Nachdem auch die Verteidigerin ihren Mandanten noch einmal auf die Aussichtslosigkeit der Berufung und die möglichen Folgen hingewiesen hatte, zog der Serbe seinen Berufungsantrag zurück.

Da sowohl der Antragsteller als auch die Staatsanwalt auf Rechtsmittel verzichteten, ist das Urteil rechtskräftig. Die Kosten der Berufung muss der 46-jährige tragen.

Von Alfons Wieber

Quelle: HNA

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