Zurück in die Vergangenheit

Mit Michael Dippel steht beim Burgbergfestival einer der Gründer auf der Bühne

Vorfreude aufs Konzert: Für Michael Dippel ist der Auftritt bei der Irish Night eine Reise in die Vergangenheit. Foto: Yüce

Homberg. Würde Michael Dippel ein Lied über das Burgbergfestival schreiben, dann käme darin wohl so alles vor, was es für einen guten Rocksong braucht: Viel Energie, Kraft, markige Worte und auch eine gute Portion Gefühl. Eins steht fest: Michael Dippel liegt das Burgbergfestival am Herzen. „Es ist mein Baby."

Die Idee dazu stamme von ihm. 1977 kam Dippel nach Homberg und lernte schnell den ehemaligen Jugendpfleger Wolfgang Ruppel kennen. Mit dem bereits verstorbenen Freund schmiedete er den Plan, Bands auf dem Schlossberg spielen zu lassen.

1981 war es dann soweit, das Burgbergfestival hatte Premiere. „Das war toll“, schwärmt Dippel noch heute vom ersten Konzert auf dem Burgberg. 1200 Leute seien gekommen. „Keiner von uns hatte damals tatsächlich eine Ahnung davon, wie viel Arbeit hinter der Organisation steckt“, blickt Dippel zurück. „Wir hatten so etwas ja noch nie gemacht.“

Das Gefühl von damals habe sich in seine Erinnerung eingebrannt. „Wie nichts anderes.“ Drei Tage davor habe er nichts gegessen und nicht geschlafen. „Weil alles so aufregend war.“

Damals habe man die Sparten Folk- und Rockmusik bedient. „Wir haben uns in keine Norm pressen lassen und das galt auch für die Bands, die auftraten.“ Genau das sei über Jahre das Erfolgsrezept des Festivals gewesen. „Es schlug einfach ein und sehr bald hatten wir 2000 Besucher. Mehr ging nicht“, sagt er. Das Festivalgelände auf dem Berg gebe einfach nicht mehr her. „Wir waren wie in einem Rausch. Zum Glück ist nie etwas passiert“, sagt Dippel. Bei maximal 1500 Gästen könne man die Sicherheit der Gäste noch gewährleisten.

Nach zehn Jahren verabschiedete sich Dippel aus der Reihe der Organisatoren. „Es gab unterschiedliche Ansichten darüber, wie es mit dem Festival weitergehen soll.“ Er habe für eine Spezialisierung plädiert. „Das hätte nicht unbedingt die Musik sein müssen, die uns gefällt. Wir hätten aber eine Nische füllen müssen“, sagt er. Noch immer ist er davon überzeugt, dass das der richtige Weg gewesen wäre. Letztlich habe das Festival nicht mehr seinen Überzeugungen entsprochen und es sei an der Zeit gewesen, Platz zu machen.

„Ich habe die Entwicklung aber immer am Rande verfolgt und war zwischenzeitlich traurig darüber, dass der Erfolg nicht anhielt.“ Er hoffe, dass sich das wieder ändert.

Zwischenzeitlich traurig

Ein Grund sei sicher auch, dass das Gelände nicht gut erreichbar war. „Es konnte nicht so professionell gemacht werden, wie wir es hätten machen müssen.“ Die Ansprüche des Publikums seien zudem gestiegen und man habe es eben auch versäumt, sich zu spezialisieren. Als Beispiel nennt er die Irish Night, die laufe fast immer gut – weil man ein spezielles Publikum anspreche. Mittlerweile sei die Zeit dafür, eine Nische zu füllen verpasst.

Schon zu seiner aktiven Zeit sei es ein echter Kraftakt gewesen, die Bühne auf den Berg zu bringen. „Wir haben alles hoch getragen, das war eine mords Quälerei.“ Grundsätzlich sei es eine gute Entscheidung, das Festival auf das Stellberggelände zu verlegen. „Man hat die Burg im Blick, die Organisation wird erleichtert und die Sicherheit erhöht.“ Und weil das Burgbergfestival eben auch sein Burgbergfestival ist, sei er besonders aufgeregt vor seinem Auftritt. „Es ist etwas ganz Besonderes für mich dort mit Chip n’Steel zu spielen“, sagt er.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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