Junge US-Amerikanerin auf Spurensuche ihrer Familiengeschichte in Neukirchen

Zurück zu den Vorfahren

Zu Besuch in der Knüllstadt: (von links) Peter Jöckel, Oscar Jöckel, Ariel Mendlin und Neukirchens Bürgermeister Klemens Olbrich. Foto: Haaß

Neukirchen. Auf den Spuren ihrer Familiengeschichte hat die US-Amerikanerin Ariel Mendlin kürzlich Station in Neukirchen gemacht. Bürgermeister Klemens Olbrich empfing die junge Frau im Rathaus, wo sie sich in das Goldene Buch der Stadt Neukirchen eintrug.

Hilfe durch Rotary

Mithilfe eines Austauschprogramms des Rotary-Clubs besucht die 17-Jährige aus Modesto in Kalifornien gerade für drei Wochen Deutschland. Untergebracht ist sie bei Gasteltern in Wasserburg.

Haus von Urgroßmutter

Neben zahlreichen Ausflügen in Süddeutschland stand auch ein Besuch Neukirchens ganz oben auf der Liste der Amerikanerin. „Ich konnte nicht nach Deutschland kommen, ohne das Haus meiner Urgroßmutter zu sehen“, sagte die junge Frau bei ihrem Besuch im Rathaus. Ihre Urgroßmutter sei immer noch teil Neukirchens, erklärte die 17-Jährige: „Ich liebe Geschichte. Ich liebe diese Stadt.“

Sie sei die Erste aus der jungen Generation ihrer Familie, welche sich auf die Suche nach den Wurzeln in Deutschland mache, sagte die junge Frau: „Meine Schwester wird aber sicher auch noch kommen.“

Eintrag in Goldenes Buch

Neukirchens Stadtoberhaupt Olbrich freute sich über den Gast aus den Vereinigten Staaten: „Sie ist personifizierte Geschichte.“ Der Eintrag in das Goldene Buch sei selbstverständlich und stehe für die Willkommenskultur der Stadt, so der Bürgermeister.

Flucht vor den Nazis

Ariel Mendlin ist die Ururenkelin von Pauline Israel, geborene Spier. Bis Mitte der 1930er-Jahre betrieb die Familie Spier in der Altstadt Neukirchens ein kleines Textilgeschäft.

Noch vor dem Holocaust konnten die Spiers Deutschland rechtzeitig verlassen und bauten sich 1938 in den USA als Kaufleute ein neues Leben auf. Pauline Israel betrieb mit ihrem Mann Richard in Modesto ein Geschäft für Autoteile.

Neuanfang in den USA

Das Haus an der Kurhessenstraße wurde von der Familie Jöckel erworben. Der fair verhandelte Kaufpreis bildete den Grundstock für die Existenz der Familie Spier in den USA. Bis heute besteht zwischen den beiden Familien eine sehr enge freundschaftliche Verbindung. „Sie sind ein Teil meiner Verwandtschaft“, sagte Peter Jöckel.

Führung durch die Knüllstadt

Neukirchens Ortsvorsteher zeigte der jungen Amerikanerin die Knüllstadt. Vom Turm der Stadtkirche genoss man den Panoramablick.

Von Matthias Haaß

Quelle: HNA

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