220 Zuschauer feierten am Freitag die Premiere der Trutzhainer Bühne

Trutzhain. Schräge Typen und eine witzige, temporeiche Geschichte, ein pfiffiges Bühnenbild und Akteure mit echter Spielfreude – das waren die Zutaten bei der Premiere der Trutzhainer Bühne am Freitagabend.

Vor 220 Zuschauer entrollten die Hobbyakteure den amüsanten Dreiakter „Polnische Wirtschaft oder gute Lügen leben länger“.

Zehn Laienschauspieler schlüpften dabei in die Rollen, unterstützt wurden sie wieder in bewährter Weise vom Team des TSV Trutzhain, das in den Pausen für die Bewirtung sorgte.

Premiere der Trutzhainer Bühne

Karl-Heinz Gutheil, viele Jahre selbst aktiv auf der Bühne, saß diesmal auf dem Regiestuhl. Für das perfekte Aussehen der Akteure sorgte Lydia Trexler in der Maske, Monika Krell half bei kleinen Textunsicherheiten.

Die kuriose Geschichte um den gutmütigen Werkstattbesitzer Müller (Friedrich Sperlich) bereitete dem Publikum sicht- und hörbaren Spaß: Heike Schoßhardt mimte Müllers Ehefrau die, entgegen dem Gemüt ihres Mannes, durchaus mir Gerissenheit glänzte.

Für viele Lacher sorgte Otmar Heidenreich als polnischer Schwarzarbeiter, der den Müllers zwar konstruktive, aber nicht immer ganz legale Tipps gab, um die Firmenpleite abzuwenden. Dabei hatte er oft seine ganze eigene Sicht auf die deutsche Bürokratie: „Vater Staat nimmt sich die Hälfte vom Geld, obwohl er gar nicht für Cheffe arbeitet“, wunderte sich Kasimir.

Manch markigen Spruch honorierte das Publikum mit spontanem Applaus. Damit sparten die Gäste übrigens nicht: Locker ging man mit, kicherte, kommentierte und amüsierte sich. Den Ball nahmen die Akteure gerne auf. Michael Sperlich brillierte als spleenige Mieter und Erfinder Matthias, Armin Teuchler sorgte als Heinrich Haargenau, Beamter des Arbeitsamtes, für Kichertiraden im Saal. In nichts nach stand ihm der schmierige Bankdirektor Profitlich (Norbert Braun), der auf den ersten Blick zwar verschlagen wirkte, später jedoch – sehr zur Freude des Publikums – einem Schwindel auf den Leim ging. Richtig Fahrt nahm das Stück mit weiteren Besuchern auf: Ralph Göbel als arroganter Bürgermeister sowie Kasimirs Tanten, die altmodische Stanislava (Anja Wahl) und die schwerhörige Olga (Carina Lumbe-Marquardt), nicht zu vergessen die naive Briefträgerin Paula (Johanna Meißner). Kurose Verwicklungen und flotte Dialoge machten den Trutzhainer Theaterabend wieder einmal zu einem unterhaltsamen Erlebnis.

Für das spielfreudige Spektakel wurden die Akteure zum Schluss mit donnerndem Applaus belohnt. Und dem Versprechen vieler Zuschauer: „Wir kommen immer gerne wieder.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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