Zustrom hält an

Einzug von Asylbewerbern in der Festung Ziegenhain wird vorbereitet

Schwalm-Eder. 923 Asylbewerber sind aktuell im Schwalm-Eder-Kreis untergebracht, wie berichtet, werden es Ende 2015 voraussichtlich etwa 2000 sein. Offenbar ziehen in Kürze erstmals Flüchtlinge im Festungsbereich in Ziegenhain ein.

Vize-Landrat Winfried Becker bestätigte jetzt auf HNA-Anfrage, dass dem Kreis ein Objekt in Ziegenhain im Bereich der Festung angeboten worden ist. Geplant sei, das Objekt mit mehreren Wohneinheiten anzumieten, „es wird möglich sein, bis zu 30 Personen dort unterzubringen“.

Der Eigentümer habe mit der Nachbarschaft bereits Gespräche über eine mögliche Unterbringung von Flüchtlingen geführt. Außerdem gebe es Gespräche mit der örtlichen Kirchengemeinde, die sich um die Betreuung der Flüchtlinge kümmern möchte. Einen bestimmten Zeitpunkt gibt es noch nicht: „Derzeit werden noch Verhandlungen über die Ausgestaltung des Mietvertrages geführt, ein konkreter Termin, zu dem Asylbewerber untergebracht werden, können wir noch nicht nennen“, heißt es in der Mitteilung weiter. Es werde vorher auf jeden Fall eine Information für die Stadt geben.

Aufgrund der steigenden Zahl sei der Schwalm-Eder-Kreis ständig bemüht, neue Unterkünfte anzumieten, heißt es in der Antwort aus dem Kreishaus weiter.

Flüchtlinge in Justus Ruh 

Auch in der ehemaligen Waldgaststätte Justus Ruh oberhalb von Neukirchen sind inzwischen Flüchtlinge eingezogen (wir berichteten). Anfang Oktober trafen die ersten Bewohner dort ein, bis zu 30 sollen es werden, sagte Bürgermeister Klemens Olbrich auf HNA-Anfrage. Erste Eingliederungshilfen wie der Transport von Kindern in den Kindergarten seien auf dem Weg, die Neubürger seien rasch willkommen zu heißen, unterstrich Olbrich.

Dass in Gilserberg-Schönstein in einer ehemaligen Pension ebenfalls Asylbewerber einziehen, dementierte Kreissprecher Dieter Werkmeister.

Zurzeit kämen 15 Flüchtlinge pro Woche in den Schwalm-Eder-Kreis, sagte vor wenigen Tagen Lars Werner vom Kreis-Sozialamt.

Um mit dem Zustrom zurechtzukommen, hat der Landkreis zusammen mit der Flüchtlingsberatung des Diakonischen Werkes ein Konzept erarbeitet, das eine Kultur des Willkommens ermöglichen soll. Es sollen Initiativen entwickelt werden, um sich um die Menschen aus den Krisengebieten zu kümmern. Viele stammen aus Somalia, Eritrea, Syrien, Algerien, Serbien, dem Kosovo, gefolgt von Bosnien, Mazedonien und Äthiopien. (aqu/zty)

Quelle: HNA

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