Tag der offenen Tür in Homberger Anlage – Betreiber informierten über die Technik

Gas mit Zutaten vom Acker

Aus Mais wird Strom: Der Landwirt Bernd Weiß aus Wernswig ist an der Biogasanlage beteiligt. Seine Kinder Lukas und Sarah halfen beim Tag der offenen Tür mit. Jan Niklas Weckbert, Thomas Wicke und Petra Freitag besichtigten die Anlage. Foto: Thiery

Homberg. Die riesige Maismiete und die Silos ziehen die Blicke schon von weitem an. Neben der Bundesstraße 254 bei Homberg wird aus Mais, Grünschnitt und Gülle Gas hergestellt. Wie das funktioniert, erfuhren Gäste bei einem Tag der offenen Tür.

Geschäftsführer Hans Nießen führte die Besucher über das Gelände, ließ sie auf den Fermenter blicken, in dem der Gärprozess abläuft, und erklärte technische Details: • Die Anlage hat eine Leistung von 1,4 Megawatt. Das ist etwa die Leistung einer kleinen Windenergieanlage. • Die Bakterien brauchen 80 Tonnen Nährstoffe (fast das Gewicht eines Blauwals) und entwickeln sich bei 37 bis 39 Grad. • Die Anlage erzeugt pro Jahr so viel Gas wie 1100 Vier-Personen-Haushalte benötigen.

Die Biogasanlage wird vom Kreisbauernverband, dem Maschinenring Schwalm-Eder, den Städtischen Werken Kassel und von 55 Landwirten betrieben. Diese Kooperation sei einzigartig, sagte Adolf Lux, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes.

25 000 Tonnen Mais von 400 Hektar Anbaufläche werden ab September nach Homberg gebracht, erläuterte Michael Löber, Student aus Lohne, der seine Masterarbeit über das Thema schreibt. Für die Bauern ist das ein gutes Geschäft. Sie können unabhängig von den schwankenden Weltpreisen mit festen Erträgen rechnen. Der Landwirt Bernd Weiß aus Wernswig will so seinen Haupterwerb in den nächsten Jahre sichern.

Die Maisernte wird bald beginnen. Innerhalb von 15 Tagen muss sie in den großen Mieten eingelagert werden. (zty)

Quelle: HNA

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