Margarete und Paul Waldschmidt feiern Diamantene Hochzeit

Zwei Räder, ein Team

Gemeinsam durch dick und dünn: Seit 60 Jahren gehen Margarete und Paul Waldschmidt aus Mühlhausen ihren Lebensweg gemeinsam. Foto: Ehl-von Unwerth

Mühlhausen. „Er war groß und schlank - ganz meine Masche“, erinnert sich Margarete Waldschmidt an ihren Paul in jungen Jahren. Der frotzelt zurück: „Man konnte sich durchaus mit ihr sehen lassen, damals, in den 50ern.“ Die jugendliche Begeisterung für äußerliche Merkmale ist in den vergangenen sechs Jahrzehnten einer tiefen Verbundenheit gewichen: Heute feiern Margarete und Paul Waldschmidt aus Mühlhausen ihre Diamantene Hochzeit.

„Ineinander verguckt haben wir uns 1947 auf dem Tanzboden in Hebel. Fortan ist er hinter mir her gelaufen“, sagt die gebürtige Hombergerin schmunzelnd. Doch sie selbst war auch nicht ganz untätig, gesteht sie. Sie sei sogar extra mit dem Fahrrad nach Mühlhausen gefahren: „Um mal zu gucken, wo er wohnt“.

Zum Glück kein Fahrraddieb

Allerdings ließ das Vertrauen in den aus Oberschlesien stammenden jungen Mann damals noch zu wünschen übrig: „Als er mich dann auf dem Heimweg nach Homberg begleitete und das vom Vater geliehene Fahrrad schob, hatte ich schon ein wenig Bedenken, ob er nicht vielleicht mit dem guten Stück ausbüxt.“ Doch ein Fahrraddieb war Paul nun wahrlich nicht. Der junge Mann, der damals bei der Bahn arbeitete, blieb an Margaretes Seite.

Neben dem Tanzen gehörte die große Leidenschaft beider den motorisierten Zweirädern. Er auf dem Fahrersitz und sie im Beiwagen, brausten sie per DKW und Zündapp ins Liebesglück. Sogar bei Motorsport-Wettbewerben erwiesen sie sich als eingespieltes Team.

Am 4. August 1951 schlossen die den Bund fürs Leben. Die Geburt der Töchter Hiltrud und Ellen sowie der Bau eines Eigenheims in Mühlhausen machten das Glück perfekt. Den Lebensunterhalt verdiente Paul Waldschmidt in der Dachpappenfabrik Rothauge, im Eisenwerk Holzhausen sowie 35 Jahre lang bei der Mühlhäuser Baufirma Fröde.

Mit der Arbeit in einer Kartonagenfabrik steuerte auch Margarete zum Einkommen bei. In der kargen Freizeit bereisten beide ausgiebig die Heimat – seit sie in Rente sind sogar noch intensiver. Ihr größter Wunsch: noch ein paar schöne Jahre als eingespieltes Team.

Von Sigrid Ehl-von Unwerth

Quelle: HNA

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