Einzelne Kommunen bemängeln die Daten der Bauaufsicht des Landkreises

Zweifel an den Zahlen

Verzweifelte Suche: Hauseigentümer haben es in der Region - wie hier in Neuenhain - schwer, neue Mieter zu finden. Foto: Archiv/Brandau

Schwalm-Eder. Nachdem die HNA am Mittwoch die vom Landkreis ermittelten Zahlen zum Häuserleerstand in den Ortskernen veröffentlicht hat, gab es Kritik aus den Rathäusern. Mit den Bürgermeistern aus Gilserberg und Fritzlar meldeten sich zwei Kommunen zu Wort, die laut Bericht der Bauaufsicht überdurchschnittlich mit Leerstand in ihren Stadt- und Dorfzentren zu kämpfen haben. Thomas Horn, Leiter der Bauaufsicht, verteidigt die Analyse – alle Zahlen seien richtig.

Bürgermeister Lothar Vestweber kann nicht verstehen, wie die Bauaufsicht auf 29 Prozent Leerstand in den Dorfkernen der Gemeinde Gilserberg kommt. „Ganz klar sind wir von dem Problem betroffen – aber bei der Zählung ist sicher jede ungenutzte Scheune mitgezählt worden“, sagt Vestweber. Um zu zeigen, dass er die Situation dennoch ernst nehme, werde der Leerstand Thema bei der nächsten Gemeindevertretersitzung Anfang November sein.

Sein Fritzlarer Amtskollege Karl-Wilhelm Lange zeigte sich ähnlich irritiert durch die Zahlen des Kreises: 14,8 Prozent der Gebäude sollen laut Bericht in den Fritzlarer Ortskernen verlassen sein. Auch Lange zweifelt an diesem Ergebnis.

Thomas Horn von der Bauaufsicht des Schwalm-Eder-Kreises war von der Aufregung der beiden Bürgermeister etwas überrascht: „Die Zahlen liegen den Kommunen seit einem Jahr vor“. Horn versichert, die Untersuchung der Ortskerne sei korrekt und nach einheitlichen Kriterien verlaufen.

Wie in der HNA berichtet, bezögen sich die Leerstände allein auf die Stadt- und Dorfkerne. Dort sei jedes leerstehende Haus – ob als Wohnraum oder gewerblich genutzt – erfasst worden.

Von Bastian Ludwig

Quelle: HNA

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