Vom Schloss auf die Pirsch

Erste Jagdschule Hessens nahm den Betrieb auf

+
Constantin Wiesner und Bettina Müller-Wiesner betreiben die erste Jagdschule Hessens in Bad Zwesten, mit dabei die Jagd-Hunde Joschi und Fine.

Bad Zwesten. Die Familie Wiesner in Bad Zwesten hegt eine gemeinsame Leidenschaft. Die Jagd. Die Liebe zur Wildpflege und Natur haben sie nun sogar zu einem besonderen Angebot gemacht. In den Räumen ihres Schlosses in Bad Zwesten bieten sie das Terrain für die erste Jagdschule in Hessen an.

Dort kann, wer möchte, nun erstmals in einem Kompaktkurs den begehrten Schein erwerben.

Die Idee stammt von Mutter und Sohn, Bettina Müller-Wiesner und Constantin Wiesner. Beide haben ihren Jagdschein bei Jagdschulen in Norddeutschland gemacht und waren begeistert, dass man in komprimierter Form diese Lizenz erwerben kann.

Dabei fiel ihnen auf, dass es damals in der ganzen Region keine solche Einrichtung gab, und es entstand die Idee für die eigene Schule, zumal sich das Gelände auf dem Schloss mit dem kleinen Hotel und Seminarraum gerade zu dafür anbot. Außerdem sind die Wiesners Pächter einer Jagd bei Hundshausen.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter: www.jagdschule-schloss-bad-zwesten.de

Wer im Hessenland den Jagdschein erwerben will, könne dies bislang gut bei den Kreis-Jagdvereinen tun, sagen die Wiesners. Das Angebot der Jagdschule soll daher lediglich eine zusätzliche Möglichkeit sein. Etwa für Menschen, die aus dem gesamten Bundesgebiet kommen oder solche, die nur wenig Zeit zur Verfügung haben.

Zehn Teilnehmer beendeten nun den ersten Kurs. Alle mussten genau wie die Schüler der Kreis-Jagdvereine den Mitgliedern der Prüfungskommission des Schwalm-Eder-Kreises ihre Kenntnisse beweisen.

Immer wieder gebe es auch Bedenken gegen eine zu schnelle Ausbildung, sagt Müller-Wiesner. Zu Recht müsse man viel Verantwortung beweisen, auch weil man mit Waffen umgehe. Diese Sorgfalt sei allerdings gewährleistet, sagen sie und berichten über die Details, die es für die Ausbildung braucht. Man lerne sehr viel über die Natur und deren Zusammenhänge.

„Kein anderer ist der Natur näher als der Jäger“, sagte Müller-Wiesner.

Jagd sei Hege und Pflege des Tierbestandes. „Der Jagdschein ist dabei erst der Anfang eines langen Weges“, sagte Constantin Wiesner. Bis man wirklich ein Jäger sei, das dauere sehr viel länger. Erst wenn man nach der Prüfung drei Jahre Erfahrung gesammelt hat, dürfe man ein eigenes Revier pachten. Bis dahin gingen Jungjäger mit erfahrenen Jägern auf die Pirsch.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare