Wettrüsten ist kein Thema

Bad Zwesten: Feuerwehren setzen auf gute Ausrüstung

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Mit alter Technik  - wie hier Spielzeug-Leiterwagen - kommt man als Brandschützer nicht weit: Ohne moderne Ausrüstung, sagen Pressesprecher Christian Rinnert, Gemeindebrandinspektor Björn Nöchel und sein Stellvertreter Jens Gutberlett (von links) von der Feuerwehr Bad Zwesten, geht beim Retten und Bergen wenig.

Bad Zwesten. Eigentlich muss sich Björn Nöchel weder Gedanken noch Sorgen machen: der Bad Zwestener Gemeindebrandinspektor hat mit den fünf Feuerwehren des Kurorts eine schlagkräftige Truppe. Wäre da nicht der Vorwurf des Wettrüstens.

Eine, die keine Nachwuchssorgen kennt, die über eine starke Einsatzmannschaft verfügt, die die Tagesalarmbereitschaft gut abdeckt und viele Kinder in der Jugendwehr zählt. Eigentlich ist also alles super.

Wenn da nicht die politische Debatte gewesen wäre, ob sich Bad Zwesten ein Wettrüsten der Wehren leiste und etwa zu viel Geld in den Brandschutz investiere. Diese Diskussion fuchst Björn Nöchel und seinen Stellvertreter Jens Gutberlett sehr. "Wir leisten Arbeit für die Allgemeinheit - und zwar ehrenamtlich und unentgeltlich."

Für diese Arbeit sei eine gute Ausrüstung unentbehrlich, sagen die beiden. Und wissen dennoch, dass diese Ausrüstung viel Geld kostet. Das neue Feuerwehrgerätehaus in Oberurff-Schiffelborn, das neue Staffeltanklöschfahrzeug, der für 2016 geplante Anbau an den Stützpunkt in der Kerngemeinde: all das sei sicher nicht billig, sagt Nöchel - aber notwendig. "Wir rüsten uns ja nicht aus, weil wir so gerne mit großen roten Autos durch die Gegend fahren", sagt Pressesprecher Christian Rinnert. "Wir müssen einfach zusehen, dass wir die vielen verschiedenen Aufgaben so gut wie möglich bewältigen."

Die Grundlage dafür legt der Bedarfs- und Entwicklungsplan der Bad Zwestener Wehren, den die Gemeindevertretung im vergangenen Mai verabschiedet hat. "Der stellt keine Wunschliste der Feuerwehrleute dar, sondern ist eine klare Vorgabe des Landes Hessen", betont Jens Gutberlett.

Alle drei verwundert die Diskussion, in der auch Begriffe wie "Wettrüsten" fielen. "Die Gemeinde gibt das Geld doch zum Schutz der Einwohner aus", sagt Björn Nöchel. "Und um diesen Schutz zu gewährleisten, springen viele Feuerwehrleute oft nachts aus den Betten oder tagsüber vom Schreibtisch auf und fahren zum Einsatz."

Ohne moderne Technik kein Einsatz möglich

Die 120 Feuerwehrleute der Gemeinde sind in den Wehren der fünf Ortsteile tätig. Eine Zahl, die sich nicht reduzieren lasse, wenn man weiter die vorgeschriebenen Hilfsfristen einhalten wolle, sagt Nöchel.

Die Feuerwehr stehe in der Verantwortung: Zum einen, Mensch und Material zu schützen. Zum anderen aber auch, das Geld der Gemeinde sinnvoll einzusetzen. Doch ohne moderne Technik sei heute kein Einsatz mehr möglich: "Niemand arbeitet heute noch vernünftig mit einem Computer, der vor 20 Jahren noch topmodern war", sagt er. "Und wir planen so gut und günstig es eben geht."

Das Prinzip der Freiwilligen Feuerwehr, sagen Nöchel, Gutberlett und Rinnert, sei auf der Welt ziemlich einmalig. Und es beruhe vor allem auf einem: der Freiwilligkeit. Und das, sagen die beiden Gemeindebrandinspektoren, sei viel Anerkennung wert. Für die beiden steht fest: Es geht in der Debatte nicht ums Wettrüsten. Es geht ums Wertschätzen.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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