Löwensprudel: SPD wirft Bürgermeister vor, zu spät über Betriebsende informiert zu haben

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Ende des Sprudels: Stillstand bei den Bad Zwestener Quellen. Weil das Defizit zu hoch war, zog sich die Baunataler Diakonie aus dem Betrieb zurück.

Bad Zwesten. Die Abfüllanlagen im Bad Zwestener Löwensprudel stehen still. Darüber habe Bürgermeister Michael Köhler zu spät informiert, kritisiert Manfred Lau, Mitglied der SPD-Fraktion in der Bad Zwestener Gemeindevertretung.

Seines Wissens nach habe der Bürgermeister schon im Oktober von der Schließung des Mineralbrunnens gewusst. Nach Angaben von Harald Thiel, Geschäftsführer der Baunataler Diakonie Kassel, habe der Aufsichtsrat im Oktober vergangenen Jahres die Schließung des Brunnens zum Jahresende beschlossen. Grund: Die Verluste seien zu hoch gewesen. Darüber seien "Personen des öffentlichen Lebens informiert" worden.

Auch Bürgermeister Köhler habe den Brief erhalten und ihn im Namen des Gemeindevorstands, ohne das Gremium zu informieren, beantwortet, hat Lau inzwischen erfahren. Und darüber ist er verärgert.Über die Schließung des Löwensprudels sei er im Herbst informiert worden, sagte Bürgermeister Michael Köhler. Damals habe ihm der Vorstandsvorsitzende Joachim Bertelmann mitgeteilt, er sei sehr optimistisch, eine Lösung mit der Caritas und der Wülnergruppe aus Bielefeld zu finden. Im Dezember habe Bertelmann erklärt, der Aufsichtsrat sei dem Vorschlag nicht gefolgt. Der Brunnen werde geschlossen.

Schon während des vergangenen Jahres sei versucht worden, Kooperationen einzugehen, erklärte Diakonie-Geschäftsführer Thiel. Ohne Erfolg. Zwar habe man einen Zuwachs von 30 Prozent seit der Übernahme 2005 verzeichnet, nötig waren 50 Prozent. Inzwischen würden Verhandlungen mit vier Kaufinteressenten geführt, über deren Stand Thiel schwieg. Sicher sei: "Die Diakonie wird kein Geld in den Löwensprudel investieren."

Von Rainer Schmitt

Quelle: HNA

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