Zwestener Löwensprudel: Wann wusste der Bürgermeister vom Ende?

Das Ende des Löwensprudels: Seit Jahresbeginn stehen die Abfüllbänder des Mineralbrunnens still. Bis Ende Juni läuft noch der Verkauf. Dann ist auch dort Schluss, wenn sich kein Käufer für den Betrieb findet. Fotos: Schmitt/Montage: Kasiewicz

Bad Zwesten. Die Abfüllbänder im Bad Zwestener Löwensprudel stehen still. Ob sie wieder anlaufen, steht in den Sternen. Klar ist: Die Baunataler Diakonie Kassel wird den Betrieb nicht fortführen.

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Das hat sie im vergangenen Jahr entschieden. Strittig war während der Sitzung der Gemeindevertreter am Donnerstag im Kurhaus unter den Fraktionen, wann der Bürgermeister vom Rückzug der Diakonie erfahren hat.

Denn nach Auffassung von Grünen und SPD kannte Bürgermeister Michael Köhler den Beschluss des Aufsichtsrates der Diakonie, sich aus dem Mineralwassergeschäft zurückzuziehen und zum 31. Dezember den Löwensprudel zu schließen. „Ich habe von der Schließung aus der Zeitung erfahren. Ich wusste nichts“, sagte Grünensprecher Martin Häusling.

Er warf Köhler vor, die Gemeindevertreter nicht rechtzeitig unterrichtet zu haben, obwohl er seit Oktober von den Plänen der Diakonie wusste. Weil die Quellen bedeutend für die Kurgemeinde sind, sei es die Pflicht Köhlers gewesen, die Mandatsträger zu informieren. Schließlich gehe es um Arbeitsplätze und über 50 000 Euro Einnahmen für Wasser und Abwasser. Gemeinsam hätte man nach Lösungen für den Löwensprudel suchen können.

Das wollte Köhler so nicht stehen lassen. Richtig sei, dass die Diakonie ihn Anfang Oktober über die Schließungspläne unterrichtet hatte. Doch die Information sollte vertraulich behandelt werden, damit eine „mögliche Anschlussvermarktung nicht gefährdet“ werde. Dennoch habe er die Fraktionsvorsitzenden am 8. Oktober vergangenen Jahres über die Pläne der Diakonie informiert. Von mangelnder Information könne keine Rede sein. Ganz im Gegenteil. Er habe die Fraktionen stets „zeitnah informiert“.

Die Ansicht Häuslings von der Bedeutung des Brunnens für das Image Bad Zwestens teilt er. Deshalb habe er auch einiges unternommen, damit die Quelle nicht versiegt. Allerdings seien die Möglichkeiten der Gemeinde beschränkt, weil sie nicht Eigentümerin des Betriebs sei. Dennoch habe er unter anderem Gespräche mit Bad Wildungen über eine mögliche Zusammenlegung geführt und nach einem Käufer der Mineralquellen gesucht.

Quelle: HNA

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